Älgpark – Glashytta

25. Juli 2012 Genau wie in den letzten Tagen sind wir auch heute wieder früh erwacht! Diesmal schnappten wir uns unseren Reisewecker und erkundigten uns nach der Uhrzeit: es war 05:00h und taghell! Wären wir zu Hause mit diesem Tageslicht erwacht und könnten keine Ferientage gniessen, so wären wir mit absoluter Sicherheit aus dem Bett gestürzt, weil wir uns verschlafen hätten… Heute jedoch konnten wir getrost noch einmal unter die warme Bettdecke schlüpfen und uns den Träumen hingeben… die waren übrigens bei René genauso wie bei mir nicht zu knapp, doch diese hier zu erläutern würde wohl den Rahmen sprengen: soviel sei jedoch gesagt: zum Glück waren es nur Träume!

Um 9:00h erwachten wir erneut und fanden, dass dies genau die richtige Zeit ist um aufzustehen und sich für den anstehenden Tag vorzubereiten. Gemütlich machten wir uns reisefertig, jedoch mit dem Unterschied, dass unser Übernachtungsplatz für heute bereits gebucht ist. Wir liessen also Tisch und Stühle stehen, so dass unser Platz nach unserer Rückkehr der Tagestour frei für uns ist. Wir dürfen hier nämlich auf einer nicht parcellierten Wiese stehen, das heisst, jeder der auf dieser Wiese einen Platz zugewiesen erhält, stellt sich so hin, wie es ihm gefällt. Das funktioniert prima, es ist aber auch zu erwähnen, dass der Campingplatz hier nicht überfüllt ist, was uns natürlich sehr gefällt.

Nun, wo der Elch-Park ist, haben wir bereits gestern bei unserer Anfahrt erkundet, dazu ist er auch prima ausgeschildert. Er befindet sich ca. 6 km entfernt. Filou musste leider im Wohnmobil bleiben, Hunde waren in dem Park verboten. Da sich der Park im Wald befindet, kann ist anzunehmen, dass das Verbot seine Richtigkeit hat. Erstens könnten die Elche gestört, respektive aufgescheucht werden und zweitens sind mit Sicherheit nicht alle Hundehalter so konsequent mit der Leinenpflicht wie wir. Im Ausland gibt es für Filou nichts anderes…

Natürlich will so ein Park unterhalten sein, daher war klar, dass wir ein Eintrittsgeld zu bezahlen haben. Pro Person kostete dieser 60 SEK was umgerechnet ca. CHF 8.80 und Euro 7.30 entspricht. Da wo man das Eintrittsgeld bezahlt, befindet sich auch gleich der Souveniershop mit unzähligen Artikeln wie Ansichtskarte, Elchplüschtier, Elchtassen und –Gläser, Aufkleber ja sogar Warnwesten mit Elchen aufgezeichnet! Tja, wer da mit Kindern hingeht, schafft es wohl kaum die Reisekasse nicht zu belasten… ;-)

Wir wollten aber nun endlich das grösste Hirschtier in der Natur und live sehen! Der Park, in dem mehrere Elche leben, kann auf einem 1,3 km langen Rundweg durch den Wald erkundet werden. Es stehen mehrere Aussichtstürme zur Verfügung, auf denen man gerne verweilen darf und mit Glück und Ausdauer einen Elch erspähen kann. Ein etwas kleineres Gehege in dem grossen Areal beherbergt zwei Elche, die sich nicht gross in den Wald zurückziehen können, so dass der Besucher doch mindestens die beiden Elche zu Gesicht bekommt. Wir waren beeindruckt, als wie die beiden Tiere erblickten. Gerade die natürliche Umgebung verleiht einem doch den Eindruck, Elchen in der freien Natur zu begegnen. Wie gross die Tiere sind! Ihre Schulterhöhe beträgt über zwei Meter und ihr Lebendgewicht kann bis 800 kg betragen. Es leben ca. 300‘000 Elche in Schweden, und zwar überall ausser auf der Insel Gotland. Davon werden jährlich 100‘000 Tiere abgeschossen. Scheinbar wurde der Elch in Schweden zu einer grossen Industrie…

Wir haben gelernt, dass Elche bis zu 25 Jahre alt werden können und sich in der Brunstzeit 4 – 5 Elchkühe bemühen. Die Brunstzeit ist von September bis Oktober und dauert nicht länger als 12 Stunden! Eine Meisterleistung also für die Elchhirsche! Die Trächtigkeit der Elchkuh beträgt 8 Monate und in der Regel werden 2 Kälber geboren, die schon nach wenigen Stunden auf langen und wackeligen Beinen der Mutter folgen. Die Elchkuh versteckt ihre Jungen in den ersten Wochen nach der Geburt im tiefen Wald und sorgt bis zur nächsten Trächtigkeit für sie. Anschliessend werden die jungen Kälber verstossen. Der Elchhirsch wirft im Spätwinter sein Geweih ab, welches ihm aber bereits nach 7 Monaten wieder nachgewachsen ist! Die Elche sind übrigens wie die Milchkühe Wiederkäuer… Ein spannendes Tier!

Unser Spaziergang durch den Wald stand wie die gesamte Reise unter Fortunas Stern! Wir hatten Glück und konnten verschiedene Elche im weitläufigen Gehege sichten und fotografieren.

Zu den Elchen im Strassenverkehr ist zu erwähnen, dass die Warnschilder mit Blick auf die Unfallstatistik unbedingt ernst genommen werden sollten!!  Täglich werden 12 – 15 Verkehrsunfälle mit diesen Tieren registriert, was in anbetracht des Bestandes nicht ungewöhnlich erscheint. Die meisten Unfälle passieren in der Morgen- oder Abenddämmerung: Elche haben eben keine Verkehrserziehung genossen…

Zufrieden und mit einer Erweiterung unseres Allgemeinwissens haben wir den Park verlassen und sind Richtung Glashytta gefahren, welche sich hinter einem grossen Outlet-Shop befindet. Wir schlängelten uns durch Läden mit reduzierter Ware, vorwiegend Kleider und Schuhe. Wir suchten einen Momentlang, bevor wir die Hytta fanden, zahlten einen kleinen Eintrittspreis und sahen gerade noch den Schluss einer Glasbläservorführung.

Unsere Erwartungen waren in Anbetracht unserer Glashütte in der Schweiz wohl etwas hoch! Die Glashandwerke sind vorwiegend farbig und obwohl die Hytta von aussen sehr gross erscheint, die Öfen eher klein und das Gebärden darin nicht sehr aktiv. Auch ein weiterer Besuch in einer nahegelegenen Glashytta vervollständigte unser Bild der Glasbläser in Schweden nicht ganz… was aber nichts macht, dafür waren wir ja nicht nach Schweden gereist, es war einfach ein Zufall und wir neugierig darauf!

Unser anschliessender Einkauf in einem ca. 22 km entfernten Lebensmittelladen, der uns unser Navigationsgerät angegeben hat, fiel eher dürftig aus! Wir fragen uns, wie die Schweden einkaufen… wahrscheinlich fahren sie Kilometer weit um in einem grösseren Geschäft ihre Einkäufe zu erledigen. Wir sind nur auf einen kleinen „Tante Emma-Laden“ gestossen… Einkaufen war bis anhin auch kein Thema, wir hatten genügen Proviant dabei und essen während unsere Urlaubs eh wann wir Lust haben, das ist meistens nicht regelmässig… also reicht der Proviant sehr weit!

Tja, den Spätnachmittag haben wir gemütlich beim Wohnmobil verbracht, die nächsten Tage geplant und den ersten Teil des heutigen Berichts geschrieben. Nun steht noch die Fotosicherung und Bereitstellung fürs Internet an, dann ist Schluss für heute!

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Älgpark – Glashytta