Acrylfarbe ohne Handänderung

Seit geraumer Zeit male ich Acrylbilder. Die Motivation, mich an Farbe und Keilrahmen heran zu tasten ergab sich durch eine Umgestaltung unseres Schlafraums. In mir entstand der Wunsch, den Raum mit einem persönlichen Bild zu dekorieren.

In Anbetracht dessen, dass wir oft und viel fotografieren könnte man annehmen, dass wir hierfür eines unserer Bilder auswählen und auf einen Keilrahmen „aufziehen“ lassen. Weit gefehlt! Diesmal wollte ich meiner Kreativität ohne unterstützende Technik freien Lauf lassen.

Somit gingen wir los, kauften verschiedene Nuancen Acrlylfarben, Pinsel und einen 80 x 100 cm grossen bespannten Keilrahmen. Es ist schon ein ganz spezielles Gefühl, das grosse „leere Bild“ vor sich zu haben und ausser der Farbe keine Klarheit zu haben, was genau entstehen soll…. das Gefühl verändert sich aber, sobald die ersten Aktivitäten im Gange sind, sei es mit Modelierpaste um dem Bild einen 3-dimensionalen Touch zu verleihen, oder aber wenn die ersten Pinsel- und Schwammstriche gemacht sind.

Das Entstehen eines Bildes ist für mich eine tolle Erfahrung und übt mich, geduldig zu sein, darauf zu vertrauen, dass entsteht was entstehen soll und: dass es dann auch einfach mal gut und somit in sich perfekt ist!

Mit jedem weiteren Bild verstehe ich besser, wann, sprich wo ich noch mit den Farben spielen darf und wann das Bild wirklich fertig ist.

Trotzdem ich nicht immer die gewünschte Zeit zur Verfügung habe, um an der Staffelei zu stehen und zu malen, schätze und geniesse ich die Momente des  „vider la tête“ (den Kopf „leeren“)  sehr.

Meistens gegen Ende meiner Arbeit gesellt sich René dazu und begutachtet das Werk, bringt sehr gute Argumente an, wo noch etwas angepasst werden könnte/sollte oder aber vergibt ein grosses Lob!

Das letzte entstandene Bild, das heisst, eigentlich sind es zwei Bilder in einem, „erhält dann keine Handänderung!“, so Renés Worte! Das eine oder andere Bild habe ich eben schon verschenkt und es scheint, als würde ihm das „ohne Handänderung“ besonders gut gefallen….


 (Ein „Schnappschuss“ mit dem iPhone)