Die Selbstherrlichkeit gegenüber der Gerechtigkeit

In den letzten Wochen und ganz speziell gestern habe ich einmal mehr festgestellt, dass der Egoismus, ja gar die Selbstherrlichkeit auf der Welt viel Platz einnimt! Immer wieder stösst man auf Menschen die glauben über alles und alle erhaben zu sein. Menschen die auch zu glauben wissen, wie die Welt funktioniert und nur ihre eigenen Gesetze anwendbar sind.

Die untenstehende Geschichte bestärkt mich weiterhin daran zu glauben, dass die Gerechtigkeit, in welcher Form auch immer darauf bedacht ist, dass ein jeder das erhält, was ihm zusteht…….

Der Greis und seine Familie

Ein alter, tattriger Greis lebte mit seinem Sohn, seiner Schwiegertochter und seinem 4 Jahre alten Enkel in einem gemütlichen Häuschen.

Seine Hände zitterten bei jeder Bewegung, seine Augen waren Blut unterlaufen und seine Schritte waren unkontrolliert. Leider machten diese Dinge dem alten Mann das Essen nicht leicht. Er verschüttete häufig und übersah vieles. Erbsen rollten von seiner Gabel auf den Boden. Wenn er aus dem Becher trank, tropfte oft Milch auf die Tischdecke und nicht immer traf er seinen Mund. Der Sohn und die Schwiegertochter wussten nicht mehr, was sie mit ihm anstellen sollten. „Wir müssen etwas mit Grossvater machen. Ich habe genug von dem Milch-Verschütten und dem Essen auf dem Boden.“ sagte der Sohn. So setzten der Ehemann und seine Frau einen kleinen Tisch in die Ecke. Nun ass der Grossvater ganz alleine, während die ganze Familie mit Freude ass. Seit Grossvater ein oder zwei Schalen zerbrochen hatte, bekam er eine Holz-Schale. Häufig schwabbte die Freude der Familie zum Grossvater über und man konnte eine Träne in seinem Auge sehen, weil er Abseits davon sass… Die einzigen Worte die mit ihm geredet wurden, waren, wenn er eine Gabel oder einen Löffel fallen liess. Der 4 Jahre alte Enkel beobachtet dies in aller Ruhe. Eines Abends, kurz vorm Essen, sah der Sohn, dass der Enkel mit Holzstücken auf dem Boden spielte. Er fragte sein Kind mit süsser Stimme: „Was machst du da?“ Genauso süss antwortete der Enkel: „Oh, ich mache eine Schale für dich und Mama zum Essen, wenn ich gross geworden bin.“ Der 4-Jährige lächelte und machte mit seiner Arbeit weiter. Diese Worte trafen die beiden so hart, dass sie sprachlos waren. Die Tränen kullerten ihnen die Wangen herunter. Es wurde kein Wort gesprochen und beide wussten, was zu tun war. Diesen Abend nahm der Sohn seinen Grossvater an die Hand und geleitete ihn zum Familientisch zurück. Von nun an ass der Grossvater jedes Essen mit der Familie. Seit dieser Zeit kümmerte sich weder der Sohn noch seine Frau um herunter gefallene Gabeln, Löffel, verschüttete Milch oder Essen auf dem Boden.

Autor unbekannt