Fernweh

Letzte Woche war ich in der Osteopathie-Therapie wie alle paar Wochen. Wie immer gab es auch diesmal ein Einführungsgespräch, resp. Fragen über das Befinden und allfällige neue Beschwerden.

Ja, es gibt da etwas Neues zu beklagen, so erzählte ich meinem Therapeuten, doch ich könne ihm versichern, dass diese nicht so leicht therapierbar sei! Interessiert sah er mich an und wollte natürlich genaueres darüber wissen:

F E R N W E H

Seit ein paar Wochen, und seit einigen Tagen sogar sehr intensiv verspüre ich grosses Fernweh… Das bis vor wenigen Tagen frühlingshafte Wetter muss wohl der Auslöser dafür sein. Kommt hinzu, dass ich, resp. wir unser Wohnmobil tagtäglich in der Kfz-Werkstatt von René sehen! Tja, und dann ist da noch ein dritter Faktor, welches mein, nein unser Fernweh unterstreicht: Seit vielen Jahren begleite ich „online“ eine Fotografen-Familie aus Deutschland. Sie sind mit ihren Kindern sehr oft unterwegs, und dies oftmals länger als zwei oder drei Wochen. Zur Zeit weilen sie in Nord-Norwegen. Die täglichen Blogeinträge mit all den herrlichen Bildern und Berichten balsamieren das Fernweh also zusätzlich!

Auch wenn wir das Licht der Sonne samt ihrer Wärme sehr schätzen, sind wir dennoch keine „Strandlieger“ und reisen lieber in nördlichere Gegenden. Oft haben wir bereits Nordfrankreich bereist, nun soll es noch nördlicher werden: Dänemark ist eines unserer Reiseziele für dieses Jahr.

Einige Reiseberichte haben wir bereits gelesen und uns mit Kartenmaterial und Bücher eingedeckt. Die Vorfreude ist gross und die Planung der grundsätzlichen Route ist im Gange. Nur: es dauert noch mehr als 20 Wochen bis zum Start unserer Reise….

Was liegt also näher, als weiter Auszeiten zu planen? Nun denn im April sagt uns der Kalender, soll Ostern sein. Ohne lange Diskussionen haben wir eine Woche Frühlingsferien geplant. Reiseziel: Die Niederlande… Bis vor ein paar Jahren war René nicht nur in seiner eigenen Kfz-Werkstätte tätig, sondern auch hie und da als Reisebus-Chauffeur unterwegs. Eines der zahlreichen Ziele war Keukenhof in Lisse (Niederlande). Im Frühling sind dort während ein paar Wochen tausende von Tulpenblüten zu bestaunen. Ein wunderschöner Anblick, hört man immer wieder sagen, von all denen die bereits dort waren.

ABER: bis etwas mehr als mitte April ist dauert ebenfalls noch ein paar Wochen! Für das Fernweh zu kurrieren, viiiiieeeel zu lange…

Es scheint als käme uns der einzige Vorsatz fürs neue Jahr gerade recht: Mindestens einmal pro Monat nebst unseren Ferien eine kurze Auszeit mit unserem Wohnmobil.

Für zwei zur Verfügung stehende Tage sollte die Anreise nicht zu lange dauern. Trotzdem der Freitag für uns ein regulärer Arbeitstag ist, fahren wir wenn immer möglich bereits am Abend los. Diesmal ist Lauterbrunnen im Berner Oberland unser Ziel.

Etwas verspätet sind wir gegen 18:30h losgefahren. Kurz bevor wir auf die Autobahn aufgefahren sind, entdeckten wir den Vollmond am praktisch gänzlich dunklen Nachthimmel. Wow…  eine grosse orange farbene Kugel! Ich wollte dieses nicht alltägliche Bild am Nachthimmel unbedingt mit dem Fotoapparat festhalten! Leider war es aber nicht ganz so einfach, eine Ausstellmöglichkeit auf der Autobahn, auf welcher wir uns mittlerweile befanden zu finden. Einfach auf dem Pannenstreifen stehen bleiben und dann in fortschreitender Dunkelheit allenfalls ein Blitzlicht veranlassen, das war doch etwas zu riskant! Wir hatten absolut kein Interesse an einem Gespräch mit der Polizei, die ganz bestimmt in diesem Moment vorbeigefahren wäre. So ist René kurz vor Bern für einen kleinen Umweg von der Autobahn gefahren, so dass ich doch noch ein Bild vom Mond knipsen konnte! (Das Bild habe ich noch nicht ausgewertet, werde dies aber morgen nachholen.)

Danach ging’s ohne Unterbruch weiter und wir sind etwas später als angemeldet in Lauterbrunnen angekommen. Nach dem Aussteigen, um auf dem Platz vorzusprechen und eine Platzanweisung zu erhalten, hat uns eine tolle Schneebar-Stimmung empfangen. Wir haben uns sogleich wohlgefühlt, was durch die nette Platzanweisung und Hilfsbreitschaft zusätzlich unterstrichen worden ist.

Die gemütlichen Momente von heute Abend, so wie die leise Ferienstimmung, welche wir sobald wir mit unserem Womo unterwegs sind verspüren, stillen den Hunger nach der Ferne natürlich nicht, doch gönnen wir uns so wenigstens einen kleinen Vorgeschmack auf das Bevorstehende…

Nun ist es bereits spät und Zeit Nachtruhe einkehren zu lassen. Morgen haben wir vor, die Umgebung etwas zu erkunden. Möglichkeiten gibt es viele und das Wetter soll wunderbar werden.