Fortsetzung 2: Reisebericht Dänemark

Bereits während den Vorbereitungen stand fest, dass der Dom in Roskilde und auch das berühmteste Wikinger-Museum eines unserer Ziele sein wird. Um einen längeren Anfahrtsweg zu vermeiden, dafür möglichst viel Zeit für die Besichtigungen zur Verfügung zu haben, suchten wir uns einen Campingplatz direkt in Roskilde aus. Uns wurde in einer Waldlichtung ein Platz zugewiesen, der uns nicht wirklich gefallen hat. Der Boden war ziemlich durchnässt. Unsere grösste Befürchtung war mit solchem Terrain jeweils, nicht mehr vom Platz fahren zu können. Doch irgendwie konnten wir uns nicht so recht entscheiden weiterzufahren. Nach ca. einer halben Stunde parkte ein weiteres Wohnmobil neben uns, ein deutsches Ehepaar.

Auch ihrerseits waren nur kritische Blicke festzustellen! Nach einem kurzen Gespräch betr. Untergrund, von wo seid ihr hergereist und in welche Richtung soll’s weitergehen, haben wir uns alle entschlossen weiterzufahren. Das Ziel des deutschen Ehepaars war Schweden, d.h. sie fuhren Richtung Helsingør. Von da sind wir ja gekommen und konnten ihnen unseren letzten Übernachtungsplatz empfehlen, der übrigens auch ganz in der Nähe des Fährhafens lag und somit für die beiden einen weiteren Vorteil bot.

Selber sind wir noch ca. 30 km weitergefahren und fanden langsam aber sicher doch leicht entnervt einen Campingplatz. Infolge des dauerhaften und starken Regens konnte uns jedoch nur noch in der Einfahrt ein Plätzchen angeboten werden. Auf Terrain waren überall grossflächige Pfützen zu sehen!

Nun wirklich müde vom Tag samt den vielen Eindrücken nahmen wir das Angebot an und beschäftigten uns mit dem Nachtessen. Als dieses gerade auf dem Tisch bereit war und wir mit dem Essen beginnen wollten, klopfte es an die Womotür. Einer der freundlichen Platzbetreuer erklärte uns, dass er sämtliche Wohnmobile auf dem Parkplatz umquartieren möchte (wir waren nicht die einzigen mit einem Sonderplatz!). Verschiedene Reservationen sind nicht warhgenommen worden, wir erhielten also einen angenehmeren Platz und die Parkplätze wurden somit auch wieder freie Kapazität für weitere Gäste, die noch später anreisen als wir angereist sind. Alles musste unverzüglich „fahrfertig“ gemacht werden: Teller, Gläser und Besteck steckte ich kurzerhand in den Abwascheimer, der bereits für seine eigentliche Aufgabe bereit stand. Mit den Kochtöpfen, samt Inhalt (zum Glück hatten wir noch nicht auf die Teller geschöpft) blieb ich während der Dislozierung kurzerhand am Herd stehen. etwas komisch war das schon… auf der andern Seite: cool, wenn man auf den Platz fährt, sich installiert hat und „bereits gekocht“ ist… ;-)

Am nächsten Morgen sind wir die paar Kilometer nach Roskilde zurück gefahren und fanden auf Anhieb das perfekt ausgeschilderte, grosse Wikinger-Museum. Am Eingang teilte man uns beim Ticketkauf mit, dass um 12:00h eine Schweigeminute für die Opfer der tragischen Attentate in Oslo eingelegt werde.

Es war für uns selbstverständlich, während dieser Zeit innezuhalten und den Opfern wie auch den Hinterbliebenen zu gedenken… leider, und das empfanden wir sehr traurig, gab es eine stattliche Anzahl an Besuchern, welche dem Glockenschlag und auch den Aufforderungen des Personals im Museum nicht folgten und ihre Gespräche weiterführten, ja gar ungeniert laut lachten…

Es hätte jeden einzelnen von uns treffen können…!! Respekt scheint mir nicht in jeder Kinderstube gesäht zu werden………………

Das Wikinger-Museum war sehr interessant und allen, die sich vielleicht einmal in dieser Region aufhalten sehr zu empfehlen. Dieser Besuch schloss für uns den Kreis des „Wikinger-Lebens“.

Unweit des Museums befindet sich auch der berühmte Dom von Roskilde (es ist der erste Dom, welcher aus Backsteinen gebaut und im Jahr 1280 fertiggestellt wurde). Der Dom gilt auch als traditioneller Begräbnisort der dänischen Könige (21 Könige / 17 Königinnen) und wurde im Jahr 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Dieses architektonisch eindrückliche Bauwerk hat uns sehr fasziniert, wir verbrachten nahezu eine Stunde im Innern. Als wir uns wieder dem Ausgang näherten stellen wir fest, dass es „wieder einmal“ regnete, wo es bei unserem Eintritt in die Kirche nicht sonnig, aber zumindest trocken und nicht unbedingt nach Regen aussah. So schnell wechselte das Wetter!

Ein Glück war der Parkplatz nicht zu weit weg, so dass wir immerhin nicht bis auf die Haut durchnässt waren.

Mittlerweile war die zweite Woche unseres Urlaubs angebrochen, es war Montag, das Wetter nicht gerade rosig und wir doch langsam etwas müde von der ungewollten Rastlosigkeit. Die Fähre von Gedser nach Rostock war für Donnerstag um 11:00h gebucht und wir beschlossen, in die Nähe von Gedser zu fahren und dort bis Donnerstag in Ruhe zu verweilen. Im späteren Nachmittag fanden wir einen Campingplatz. Doch auch hier schien Petrus während den letzten Tagen seiner Wut freien Lauf gelassen zu haben. Die Wege waren mit grossen Pfützen gesäumt, der Kinderspielplatz glich einem grossen See und der Untergrund war saftiger denn je… nichts desto trotz haben wir uns für einen der zur Verfügung gestellten Plätze entschieden. René parkierte unser Womo so, dass die Vorderräder guten Griff hatten und wir auf jeden Fall auf den festen Untergrund der Strasse fahren konnten. Ein mumliges Gefühl blieb dennoch……