Fortsetzung 3: Reisebericht Dänemark

Es war ruhig auf dem Platz in Marielyst nahe Gedser , so dass wir sehr gut ausgeruht am nächsten Morgen erwachten. Gemütlich frühstückten wir, erledigten den Womo-Putz und alles was dazu gehört.

Später dann standen wir draussen und überlegten, wie wir die nächsten beiden Tage planen wollen. Plötzlich sagte René zu mir, er hätte da eine Idee: Wir könnten am Fährhafen mal nachfragen, ob wir die gebuchte Fähre nicht umbuchen könnten! Unsere Überfahrt mit der Fähre von Dänemark (Gedser) nach Deutschland (Rostock) war für Donnerstag, 28. Juli 2011 um 11:00h geplant. Der Kalender zeigte uns den 26. Juli 2011.

In einem Post vor Antritt unserer Reise habe ich geschrieben, dass wir auf unserer Reise auch für Überraschungen sorgen werden. Tja, die eigentliche Überraschung platzte bereits kurz nach Antritt unseres Urlaubs! Der Graf und seine Gräfin , liebe Freunde von uns hatten für den zweiten Samstag während unseres Urlaubs ihre kirchliche Hochzeit angesagt und auch uns dazu eingeladen. Es ist zu erwähnen, dass die Feier in Sachsen-Anhalt stattfand. Wir bedankten uns für die Einladung, teilten aber mit, dass es uns nicht möglich sein wird teilzunehmen. (Unsere Reise war doch genau andersrum geplant…) Nun, wir bemerkten schnell, dass die beiden uns wirklich sehr gerne dabei haben möchten. René und ich verbündeten uns schliesslich mit der Gräfin, reorganisierten unsere Reise und taten alles dafür, dass auf keinen Fall etwas durchsickert! Lange, sehr lange haben wir es auch geschafft, auch wenn es nicht immer einfach war…

Ja und wie es halt so geht, lässt oftmals die eigene Freude Überraschungen platzen!

Bei einer erneuten Bemerkung des Grafen, dass die Einladung zur Feier stehen bleibt, man wisse ja nie und von wegen, vielleicht, vielleicht schafft ihr es ja doch, prustete es aus uns heraus: Ja, es klappt… wir werden am Fest mit dabei sein! Die gemeinsame Freude war sehr gross, auch wenn der Graf im Grunde der einzige war, welcher von nichts wusste…

Unsere Ankunft in Sachsen-Anhalt war also für Donnerstag, den 28. Juli 2011 geplant. Da die eigentliche Überrschung so ja schon geplatzt war, wäre dies also eine Möglichkeit, eine Zusatzüberraschung zu starten! Renés Idee wurde umgehend in die Tat umgesetzt und nicht weiter darüber diskutiert, wir waren uns wortlos einig wie so oft…

Wir packten schnell, aber ohne Hast alles reisefertig zusammen, meldeten uns an der Reception ab, wandelten den Rest der dänischen Kronen in Diesel um und fuhren Richtung Fährhafen der SCANDILINES in Gedser. Da steht doch gerade eine Fähre auf welche Fahrzeuge geladen werden, vielleicht haben wir ja Glück! Die Uhr zeigte 14:45h, Abfahrt war 15:00h. Schnell fragte ich am Schalter nach, ob es eine Möglichkeit gibt, das fix gebuchte Ticket umzutauschen. Aber sicher doch, sagte mir die nette Dame, doch wir müssten auf die nächste Fähre um 17:00h warten, da die angelegte Kronprinz Frederick bereits ausgebucht sei.

Och schade, dachten wir im ersten Moment, hätten wir doch nur nicht so lange an der Reception in Marielyst warten müssen! Doch dann waren wir ganz einfach froh, dass es überhaupt eine Möglichkeit einer Umbuchung gab! Die zwei Stunden bis zur Abfahrt der Fähre Prinz Joachim vergingen wie im Fluge. Filou wollte sich seine vier Beine etwas vertreten und etwas herum schnüffeln. Für die kleine Hundenase war die gesamte Reise ein richtiges Abenteuer! Kein Wunder freut er sich jeweils auch wieder auf etwas Ruhe zu Hause ;-)

Endlich war es dann soweit, Prinz Joachim legte an, der Bug-Schnabel öffnete sich langsam und sogleich fuhren viele, viele Fahrzeuge aus dem Schiff. Es waren noch nicht alle entladen, da wurden bereits die ersten LkWs zur Einfahrt eingewiesen. Huch, das sind ja gaaaanz schön viele, welch Gewicht das ergeben muss…. Für mich war die Fährfahrt eine Herausforderung, da ein frühkindliches Erlebnis mir die Freude an Schifffahrten etwas vermiest. René erklärte mir aber geduldig, dass alles haargenau berechnet und festgelegt ist, welche Fahrzeuge wo parkiert werden. Nun ja, er muss es ja wissen, schliesslich hat er einige Fährfahrten zu seinen Reisebus-Zeiten erlebt. Gemäss seinen Erzählungen wär die „unsrige“ Fähre bloss ein kleiner Kahn……

Endlich waren dann auch wir an der Reihe und konnten an Board fahren. Alles muss recht zügig vor sich gehen, hineinfahren, Motor aus, aussteigen und schnellstmöglich den Laderaum verlassen. Kaum waren wir an Deck legte die „Prinz Joachim“ auch schon ab.

Eindrücklich, wie sich ein solcher Kolos mühelos im Wasser bewegt. Die Möwen segelten lange Zeit Seite an Seite mit der Fähre, bevor sie nach Dänemark zurück kehrten. Diese Tiere endlich einmal so nahe am Objektiv zu haben, lies mich fast unaufhörlich den Auslöser drücken! Es sind ein paar wirklich tolle Bilder entstanden, welche mich ganz besonders erfreuen. Die Möwen sind ein bereits seit langer Zeit fokusiertes Objekt, leider hat es bis anhin nie für wirklich tolle Bilder gereicht… bis eben diesmal. (Siehe)

Die Überfahrt wurde für mich zu einem sehr guten Erlebnis, was in Anbetracht unserer Reisepläne für nächstes Jahr von grosser Wichtigkeit ist!

Das Ausschiffen nach der Ankunft in Rostock verlief sehr zügig und reibungslos. Nachdem René unser Womo aus dem dichtesten Verkehr heraus manövriert hatte, setzte ich mich hinters Steuer und fuhr bis irgendwo nach Potsdamm. Danach setzte sich erneut René bis an unser Ziel hinters Lenkrad. Wir hatten etwas mehr als 300 km zu fahren, Baustellen, die einbrechende Dunkelheit so wie Strassen mit regem und vorallem unberechenbarem Wildübergang  forderten einiges an Zeit und Vorsicht, so dass wir irgendwann nach 23:00h bei unseren Freunden angekommen sind, die uns mit grosser Freude erwartet haben.

Nach einer freudigen Begrüssung wurden wir zu später Stunde noch verköstigt, obwohl wir auf der Fähre gegessen und eigentlich satt waren. Unser Einwand wurde mit den „Heimregeln“ dementiert ;-)  Weit nach Mitternacht bedankten wir uns für alles und legten uns sehr müde, aber zufrieden zur Ruh.