Insel Öland – Kosta

24. Juli 2012 Unsere innere Uhr weckte uns schon fast wie gewohnt. Ein Blick aus der Dachluke sagte uns, dass der Himmel heute bereits am Morgen wolkenlos ist und wir uns auf einen sonnigen und sehr warmen Tag freuen dürfen. Ein Kaffee schmeckt nie so gut wie draussen in der freien Natur! Wir geniessen das nicht weniger, als ohne Zeitdruck tun und lassen zu können, was uns gefällt.

Wie vorgenommen wollten wir uns an der Rezeption noch schuldfrei machen, doch auch heute Morgen war niemand da… Was blieb uns anderes übrig als unverrichteter Dinge weiterzufahren. Da war nicht einmal ein Briefkasten, wo wir das Übernachtungsgeld hätten deponieren können. Keine Telefonnummer nichts… ich denke, den Platzbetreibern wird eine Menge Geld durch die Lappen gehen, wenn sie öfters mit solcher Abwesenheit glänzen! Der Platz war absolut nicht überfüllt, doch das zur Verfügung stehende Areal enorm gross, so dass doch eine beachtliche Zahl an Wohnmobile und Wohnwagen zusammen kommen… Nun, wir haben unser Bestes gegeben…

Unsere Reise ging heute weiter Richtung Kalmar. Da gibt es eine etwas mehr als 6 km lange Brücke nach Öland. Da wollten wir heute hin. Kurz vor Kalmar nahm der Verkehr um ein Vielfaches zu und wir standen für kurze Zeit gar im Stau. Das kann ja heiter werden… Die Ölandbrücke war nicht zu verfehlen. Eindrücklich war sie auch. Der höchste Punkt liegt 36 m über dem Meeresspiegel und Warnschilder weisen auf den starken Seitenwind hin. Am anderen Ende der Brücke angelangt staunten wir doch schon sehr über das was wir erblickten: Ein Campingplatz am anderen… Menschen an allen Ecken und Enden… Wir glauben, dass Öland das Benidorm von Schweden ist, mindestens die Westseite. Trotzdem sind wir auf der grossen Strasse nordwärts gegen Bornholm gefahren, da wollten wir dann rechts abbiegen und an der Ostküste eine etwas kleinere Strasse Richtung Süden weiterreisen. Immer wieder stockte der Verkehr und man fragte sich weshalb… Da, plötzlich, kurz vor Bornholm entdeckten wir eine Schlossruine. Es war das Schloss Bornholm aus dem 12. Jahrhundert, welches sich im Laufe der Jahre zu einer wahren Festung entwickelte. Im Jahr 1806, genauer im Oktober brach ein Feuer aus und zerstörte die gesamte Anlage bis auf die Aussenmauern, die eben noch heute zu besichtigen sind.


Kurzerhand sind wir abgebogen und machten einen kurzen Rundgang. Anschliessend wollten wir die Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie, Schloss Soliden besichtigen. Gemäss unseren Reisebüchern soll nur der Garten zugänglich sein. Genau, wir wissen das nur aus den Reisebüchern, denn als wir auf dem Parkplatz angekommen sind, stellten wir einmal mehr die Massen an Touristen fest und haben und entschlossen, weiter zu fahren. Die einsamen Strassen und Wälder scheinen uns langsam zu prägen…

Weiter ging es also an der Ostküste. René wählte eine der unzähligen kleinen Nebenstrassen Richtung Meer. Wir wollten doch ans Meer und wenn möglich auch dort übernachten. Was wir uns nicht vorstellen konnten wurde Realität. Am Ende der Strasse angekommen erblickten wir eine riesige Blechmenge… alles Auto uns Wohnmobile! Mit Mühe konnten wir unser Wohnmobil parken und schlenderten anschliessend ans Wasser. Doch auch dort, der Strand war dicht besiedelt… Nein, hier wollten wir nicht bleiben!

Nach gemeinsamer Konsultation der unserer Reiseunterlagen haben wir uns entschieden, erneut aufs Festland und ins Landesinnere zu fahren. Ziel war Kosta. Beim Stöbern in dem einen Reisebuch haben wir gelesen, dass es da einen Älgpark (Elch-Park) gibt. Bis anhin konnten wir leider noch keinen Elch erblicken, ausser natürlich auf den Warnschildern. Natürlich haben wir immer einen Blick in die Wälder geworfen und da auch viele Elche gesehen, jedenfalls in unserer Fantasie. Der Verstand sagt uns jedoch, dass dies auch gut so ist, denn erblickt man einen Elch ist dies doch auch mit Gefahr verbunden; jedenfalls on the road! Das zeigen uns die grossen Scheinwerfer, genauso wie die aufmontierten Rambockgestelle auf den Fahrzeugen. Also nutzen wir die Möglichkeit und besuchen morgen diesen Elch-Park. Die Region, in welcher wir zurzeit stationieren, ist übrigens auch für Glashytten bekannt. Wir werden unser Glück also noch einmal versuchen und hoffentlich einem Glasbläser bei der Arbeit zu sehen.

Dafür ist ein 2-tägiger Aufenthalt vorgesehen. Wir werden also erst Donnerstag weiterfahren. Bis wir nächsten Sonntag mit der Fährpassage nach Travemünde unsere Heimreise antreten, wollen wir wenn möglich jedoch noch in Karlskrona ein Schiffsmuseum besuchen, in Käseberga die Schiffssetzung des Wikingerfürsten Ales und in Ystad die Wege von Kurt Wallander erkunden. Mal sehen was wir alles noch finden und entdecken.

Natürlich berichten wir davon!

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