Montag, 15. Juli 2013

DK-Hirtshals – N-Langesund/Eydehavn

Trotzdem uns von der nächtlichen Ruhe gestohlen wurde, waren wir am nächsten Morgen fit.

Ca. Um 02:00h weckte uns ein laufender Motor direkt hinter unserem Wohnmobil! René zog sich seinen Bademantel über und sah nach, was los war. Es war ein Abschleppfahrzeug! Ein Wohnwagengespann, welche spät in der Nacht angekommen war, hatte scheinbar mit dem Zugfahrzeug Probleme! Wahrscheinlich hatten sie genau wie wir auch die Fähre gebucht und daher musste das Auto so schnell wie möglich wieder flott sein…

Um 05:00h klingelte der Wecker… trotz Müdigkeit und nächtlicher Störung waren wir irgendwie fit und in kürzester Zeit bereit. Wir machten uns auf zum Hafen, wie viele ander auch. Die Bergensfjord stand bereit und wir nach dem Einchecken auf der Bahn Nr. 9.

Der Himmel war mit dunklen Wolken verhangen und es blies ein kräftiger Wind. Nach wie vor machten wir uns keine Gedanken! Endlich ging’s los, die Fahrzeuge wurden eingewiesen. Fahrzeug abschliesen, viele Treppen hochsteigen und als erstes unseren Ruhesessel No. 120 und No. 121 suchen, waren unsere nächsten Tätigkeiten. Kurz darauf wurden die Seile bereits gelöst und die Bergensfjord vollführte im Hafen eine Wendung um die eigene Achse. Bis dahin war alles noch o.k.

Doch beretis kurze Zeit, nachdem die Fähre den Hafen verlassen hatte wurde bemerkbar, dass die Fahr wohl nicht ganz so ruhig wie letztes Jahr nach Schweden werden würde. Unsere, oder besser vorallem mein Magen machte sich lautstark bemerkbar, dass wir uns noch nicht einmal einen Kaffee gegönnt haben. Also kauften wir uns einen Voucher fürs Frühstück. Als René gerade dabei war die Vocher zu bezahlen, „hüpfte“ das grosse Schiff so gewaltig hin und her, dass er und natürlich auch alle anderen Passagiere sich festhalten mussten! Dies war erst der Anfang…

Das Meer war sehr unruhig und der Wind stürmisch. Die Fähre schauckelte deftig hin und her. Nachdem wir uns an einen Tisch zu zwei weiteren Passagieren gesetzt hatten, holten wir uns anschliessend abwechselnd das Frühstück, auf welches ich mich doch sooo sehr gefreut hatte. Leider bemerkte ich bereits nach wenigen Bissen, dass mir weder das Brötchen noch der Kaffee bekam! Mir wurde innert kürzester Zeit unbeschreiblich übel… René fands zwar auch nicht gerade gemütlich, fühlte sich aber zumindest physisch nicht schlecht und genoss das Essen. Ich geduldete mich bis er fertig war, trotzdem sich die Überkeit mehr und mehr verstärkte.

Wir suchten dann erneut unsere Ruhesessel auf, mussten aber erst andere Passagiere, welche sich auf den von uns reservierten Sesseln niedergelassen hatten, „aufscheuchen“. Dabei ging alles ganz schnell. Mein Magen war dem Schauckeln der Fähre und dem Donnern der seitlich anschlagenden Wellen nicht mehr gewachsen. Schnell ergriff ich mir eine der Tüten, die an der Wand bereit gestelt waren und eilte aus dem Raum….. Sie hatte mich im Griff: die Seekrankheit!


Unverzichtbares Utensil bei Seekrankheit

Unverzichtbares Utensil bei Seekrankheit


Die ersten 3 h der Überfahrt blieben so stürmisch wie der Anfang. Erst danach wurde es etwas ruhiger. Da es auch draussen sehr ungemütlich war, verweilten wir mehr oder weniger die ganze Zeit in unseren Ruhesesseln bis die Passagiere dann kurz vor der Einfahrt in den Hafen aufgefordert wurden, sich zu ihren Fahrzeugen zu begeben.

Über die Einfuhrbestimmungen, welche sehr streng sind, haben wir uns ausführlich informiert. Wir wählten die grüne Spur, also nichts zu verzollen, obwohl wir ein oder zwei Bier zuviel dabei hatten. Natürlich gut verstaut. Nun hofften wir einfach auf Fortuna, die uns bis anhin bei jeder Zolldurchfahrt beigestanden hat. Sie stand uns bei! Das Wohnmobil vor uns wurde, trotz der Wahl der grünen Spur, vom Zoll aufgefordert, sich in die Zollgarage zu begeben. Über solche Situationen haben wir gelesen, dass diese nicht wirklich gemütlich sind! Alles ausräumen und alles wieder einräumen…. uns blieb das zum Glück erspart und wir konnten den Zoll nach einem mürrischen Winken des Zöllners problemlos passieren. Endlich hatten wir nun Norwegen also erreicht!

Nun hatten wir noch ca. 90 km vor uns, bevor wir unser erstes Ziel erreicht hatten.

Seit, ich weiss gar nicht mehr wie lange pflegen wir, oder bis anhin besser ich mit einer Familie aus Deutschland, welche vor 5 Jahren nach Norwegen ausgewandert ist Kontakt. Über einen Blog haben wir uns kennengelernt, schrieben uns gegenseitig Kommentare in unsere Blogs und tauschten uns irgendwann auch hie und da per E-Mail aus. Somit war also klar, dass wenn wir nach Norwegen reisen, auch die Familie Pabst besuchen. Wir freuten uns alle sehr auf den Moment des persönlcihen Kennenlernens und waren auch gespannt.

Ricarda holte uns an der Tanke in Eydehavn ab, da die Navigationsgeräte scheinbar Womos nicht sehr gut lotsen. Wir empfanden die Begrüssung herzlich und hatten nur einen kurzen Moment den Eindruck, dass wir uns noch gar nicht kannten. Ricarda und ihr jüngerer Sohn Florian stiegen zu uns ins Wohnmobil und wir wurden zu Pabstens nach Hause gelotst. Kurze Zeit später kam Felix, der älteste Sohn und auch Papa Michael nach Hause. Wir tauschten uns alle angeregt aus.

Wie versprochen waren wir fürs Nachtessen zuständig. Eine typische Schweizer Mahlzeit hatten wir uns vorgenommen: eine Käsefondue, dies trotzdem es sehr sonnig und warm war. Wir konnten das Wetter ja nicht erahnen und nach dem Wetter auf See war es, ehrlich gesagt schon etwas ungewohnt.

Die Jungs standen der „Käsesuppe“ zwar neugierig, aber dennoch skeptisch gegenüber. Sie zogen belegte Brote vor. Ricarda und Michael schmeckte das Fondue aber gut. Eine übrige Portion haben wir ihnen dagelassen. Wir sind sicher, wenn sie diese zubereiten und essen, werden sie an uns denken.

Der Abend klang bei weiteren Gesprächen gemütlich aus. Trotzdem es um noch hell war, legten wir uns irgendwann nach 22:00h hin… Der Tag war lang und auch anstrengend, aber auf jedenfall sehr schön ausgeklungen! Meine Seekrankheit war übrigens nicht einfach weg… Mein Magen benötigte noch etwas Schonung bis am nächsten Tag.

Gefahrene Km: 90

Übernachtungsplatz: Eydehavn