Solaranlage fürs Wohnmobil

Bereits im Sommer 2010, als wir uns ein eigenes Wohnmobil angeschafft haben, diskutierten wir über die absolute Energieunabhängigkeit mittels einer Solaranlage.

Abgesehen vom beachtlichen Preis für solche Anlagen gibt es verschiedene Aspekte zu beachten und überdenken, So z. Bsp. die Leistungserbringung, reichen die vorhandenen Batterien aus oder müssen sie evtl. auch ersetzt werden und erhöhen den Anschaffungspreis zusätzlich usw.

Nun, nach schier endlos Diskussionen und Informationssuche war es ca. mitte Oktober soweit: Wir bestellten unsere CIS Solar-Komplettanlage. Recherchen im Internet zeigten uns auf, dass wir mit dem Kauf in Deutschland im Vergleich zu Händlern in der Schweiz sehr viel Geld sparen können, dies trotz den Verzollungskosten und Versandgebühren! Also haben wir die Bestellung bei unserem Fachhändler in Deutschland aufgegeben.

Zu beachten sind auch die unterschiedlichen Produkteangebote mit diversen Qualitäten. Wir haben uns für das „Büttner-Produkt“ entschieden. Die Firma Büttner setzt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Reisemobil auseinander. In unterschiedlichen Foren und auch von Lieferanten werden die „Büttner-Produkte“ als führend beschrieben. Vielleicht kostet eine solche Anschaffung etwas mehr als ein „Taiwan-Produkt“, doch das macht sich auf jedenfall bezahlt!

Für technisch Interessierte nachstehend ein paar Angaben zur „Büttner-Komplettanlage“:

Technische Daten: Leistung: 110 Wp Modulanzahl: 2 Maße: 2 x L 1025mm x B 605mm x H 66mm

Wir freuten uns riesig, als wir der Versand-Verfolgung entnehmen konnten, dass die Lieferung am 21. Oktober 2011 eintreffen wird. Leider war die Freude nur von kurzer Dauer und wurde bereits beim Auspacken getrübt: das durfte doch nicht wahr sein! Ein Solarmodul war gespalten!!

Was blieb uns anderes übrig, als umgehend die Schweizer Post zu kontaktieren, den Schaden anzumelden und zu hoffen, dass die Bearbeitung möglichst rasch erledigt wird.

Doch weit gefehlt: In der darauf folgenden Woche erhielten wir einen Brief von der Schweizerischen Post, dass wir den Absender benachrichtigen müssen, die Schadenformulare seien bereits ausgefüllt und der Fall somit praktisch abgeschlossen. Der Absender widerum müsse eine Schadensforderung stellen. Uff, uns ahnte nichts Gutes! Sofort kontaktierten wir den Lieferanten und erklärten ihm die Situation, resp. das weitere Vorgehen. Der Lieferant wiederum teilte uns mit, dass GLS Deutschland (Versand für Auslandpackete) nicht in Kenntnis des Schadens ist!

Unsere Befürchtungen schienen sich zu bewahrheiten, es könnte zur „unendlichen Geschichte“ werden… Also hiess es erneut Telefonieren, erklären und auch langsam etwas Druck machen, schliesslich soll die Solar-Anlage bald funktionsfähig auf unserem Wohnmobildach montiert sein.

Der Lieferant zeigte Verständnis, teilte aber auch mit, dass es sich um einen beachtlichen Betrag handle und er, nach der bereits mündlich zugesicherten Schadensmeldung seitens GLS Deutschland noch die schriftliche Bestätigung abwarten möchte, bevor erneut eine Anlage dem Versand übergeben wird. Dafür hatten natürlich auch wir einerseits Verständnis und andererseits widerum auch nicht. Denn, es war ja nicht unser Fehler! Abgesehen davon ist der Schaden durch Versicherungen abgedeckt.

Letzten Dienstag erhielten wir zu unserer Freude erneut die Mitteilung, dass eine neue Anlage dem Versand übergeben wurde. Verständlich, dass wir täglich bei GLS mittels Packetnummer den Versandverlauf beobachteten. Heute soll es nun soweit sein und wir erhalten endlich unsere Solaranlage! Nachtrag 1: Die Post hat versagt…. :-( und so hoffen wir auf Montag….!

In der Zwischenzeit hat René schon einige Vorbereitungen getroffen: Die Solaranzeige (Ladung) ist bereits professionell montiert und angeschlossen. Auch die Spoiler sind bereits an dem Panel, welches den Transport unbeschadet überstanden hat, montiert. Bis zu später Stunde reinigte und polierte René am Donnerstagabend das Wohnmobildach, zeichnete die genauen Positionen für die zu montierenden Teile an und klebte die Stellen fein säuberlich ab, so dass die Module und Dachdurchführung „nur“ noch angeklebt werden kann. A propos Dachdurchführung: auch das Loch für die Kabeldurchführung ist bereits gebohrt! Ehrlich gesagt hatte ich davor etwas Bammel, doch René sprach mir Mut zu und meinte, das sei absolut kein Problem.

Es hat alles prima geklappt! Ich bin stolz auf dich!!

Nachtrag 2: Die zweite Lieferung Solarpanel ist am Montag schadenfrei bei uns angekommen! Nun endlich also konnten die letzten Arbeiten ausgeführt werden.

Nachdem René die verschiedenen Vorbereitungsphasen betr. Verklebung der Panels auf dem Dach vorbereitet hatte (aufrauhen der Klebestelle, auftragen des Aktivator, ablüften, und zum Schluss auftragen des speziellen Leimkit), kletterten wir gemeinsam aufs Womodach, um die nicht gerade allzu leichten Zellen definitiv zu platzieren.  Ehrlich gesagt war mir nicht ganz wohl da oben! Das Dach ist so sauber gereinigt und poliert, dass es einer Eisbahn gleicht! Nach ca. einer halben Stunde hatten wir es geschafft, die Panels auf dem genau kalkulierten Platz für ihren Einsatz bereit montiert.

René klebte anschliessend noch die spezielle, wasserdichte Dachdurchführung fest, so dass diese wie vom Hersteller beschrieben ebenfalls mind. 24 Std. ruhen, resp. richtig durchhärten konnte. Am darauf folgenden Abend gings dann „nur“ noch darum, das Kabel im Innenraum mit Kabelleisten fertig zu montieren.

René hat die gesamte Arbeit sehr, sehr penibel vorbereitet und auch ausgeführt. Er hat sehr, sehr viel Zeit investiert und freut sich genau wie ich über das gelungene Resultat.

Trotz dem gesamten  Aufwand sind wir der Überzeugung, dass sich eine solche Investition auf jedenfall lohnt, nicht zuletzt auch im Hinblick auf unsere nächste grosse Reise im kommenden Sommer!

Neugierig und gespannt fiebern wir unserem nächsten Time-Out für die ersten Beobachtungen betr. Leistungen zu den unterschiedlichen Tageszeiten und Lichtverhältnissen entgegen!