Stau und viel Wind

Unser Ziel für die „erste“ Übernachtung war Hardegsen, etwas mehr als 700 km. Die uns bereits bekannten Langzeitbaustellen haben wir ohne Stau passiert. Der erst im letzten Jahr neu eröffnete Stellplatz in Hardegsen war nur mit 3 Wohnmobilen belegt. Müde aber sehr zufrieden haben wir etwas gegessen und uns bald einmal zur Ruhe gelegt.

Tagesziel für Sonntag war Aabenraa kurz nach der Deutsch-Dänischen Grenze an der Seite der Ostsee. Leider war die Fahrt nach Aabenraa nicht ganz so angenehm wie am Vortag: für etwas mehr als 400 km benötigten wir 6,5 Stunden! Wir sind zwei mal in einen Stau gefahren, welche einen Unfall zur Folge hatten. Beim ersten war die Polizei noch nicht vor Ort und beim zweiten war nur noch eine von drei Fahrspuren offen… das war vielleicht ein Chaos! Nachdem wir uns erst über den Zeitverlust geärgert haben, trösteten wir uns damit, dass man sich glücklich schätzen sollte, wenn man pannen und vorallem Unfallfrei den Urlaub erleben kann!

Zum dritten Mal standen wir in Hamburg vor dem Elbtunnel in der Blechkarawane… doch auch hier ärgerten wir uns nicht lange, denn immerhin konnten wir doch im Schritttempo immer wieder etwas vorwärts rollen und beim Anblick der Gegenfahrbahn, auf welcher die Fahrzeuge etliche Kilometer still standen (laut Staumeldung 11 km), schätzten wir uns erneut glücklich.

Der Himmel war bei unserer Ankunft mit schwarzen Wolken tief verhangen. Später drängte sich die Sonne noch etwas hervor und färbte den Himmel schwarz-orange. Dies ergab ein bedrohliches aber auch spannendes Bild… Nachdem wir uns im Hafenbüro angemeldet haben, machten wir noch ein paar Fotos von der himmlischen Stimmung und gingen anschliessend bald zu Bett. Die Fahrt hat uns einiges an Energie abgezapft, wir waren ungaublich müde.

Fürs erste haben wir uns heute an unsere geplante Route gehalten, aber nur fürs erste ;) Quer von Aabenraa sind wir an die Nordseeküste gefahren, besser auf die Insel Rømø. Wir wollten uns da einen Campingplatz suchen und allenfalls 2 Tage bleiben. Auf Grund von unseren Recherchen im Internet und auch in unserer Reiseliteratur sollte dies eine wunderschöne Insel sein, die zum Verweilen einlädt. Wir fuhren bis an die Westküste, wo sich der Strand befindet, den man mit dem Auto befahren kann! Ebenfalls auf Grund von Erfahrungsberichten aus Blogs und Reise-Websits haben wir uns vorgenommen, auf keinen Fall nur ein Rad in den Sand zu fahren! Zuviele sind bereits stecken geblieben und mussten sich anschliessend rausziehen lassen… Tja, wie’s halt so geht: Es ging nicht lange und auch wir samt unserem Liberty fuhren auf dem Strand…!! Mehrmals rief ich René in Erinnerung, dass wir doch nicht im Sand fahren wollten! Er meinte aber nur: ach schau doch, hier fahren so viele… Nur noch bis zur den Womos da vorne… mit mulmigem Gefühl sagte ich dann, dass falls wir doch „stranden“ keinen Finger rühren werde…. Ich weiss, dass ich auf René vertrauen kann und er nur eingeht, was er verantworten kann, ich bin da wohl einfach zu ängstlich… jedenfalls ist alles gut gegangen und wie es sich scheinbar in Dänemark gehört, waren also auch wir mit unserem Womo auf der Sandstrasse!

Nachdem wir unser Fahrzeug geparkt hatten, machten wir mit Filou einen Spaziergang am Strand. Der Wind hatte in der Nacht mächtig zugelegt und fegte alles vor sich hin was nicht festgemacht war! Der Sand flog tatsächlich wenig über dem Boden durch die Luft… Meter um Meter… Die Nordsee war wild, so dass sich niemand ins Wasser wagte.. dafür waren umso mehr Drachen in der Luft zu entdecken!

Bereits bei der Hinfahrt stellten wir fest, dass der von uns ausgewählte Campingplatz doch nicht unseren Vorstellungen entsprach, er war uns viel zu gross. Weiter konnten wir uns der Meinung, wie toll die Insel zum Verweilen einlädt nicht ganz anschliessen und sind nach Ribbe weitergefahren. In diesem Städtchen gibt es interessante Fachwerkhäuser zu bestaunen doch auch hier ist der Tourismus deutlich zu spüren.

Nach einem kurzen Blick auf die Landkarte haben wir uns entschlossen, bis kurz nach Esbjerg zu fahren und dort nach einem Übernachtungsplatz Ausschau zu halten. Bevor wir uns in Sjelborg auf einem Campingplatz angemeldet haben, bestaunten wir noch „Mennesket ved Havet“, was soviel wie Mensch am Meer bedeutet. Das sind vier 9 m hohe Menschenskulpturen, die ursprünglich in Skagen hätten stehen sollen. Der Himmel mit schwarzen Wolken behangen ergab einen tollen Kontrast zu den weissen Statuen, doch leider war es nicht einfach ein Bild ohne Touristen zu erstellen. Immerhin schaffte ich es mit zwei Statuen…

Für morgen haben wir eine grössere Etappe geplant, das heisst wir fahren hoch bis zur Jammerbucht und nähern uns so dem erwähnten Skagen wo ja bekanntlich die Ost- und Nordsee aufeinander treffen.