Verlängertes Wochenende in den Freiburger Voralpen


Das Wetter war sehr durchzogen, setzte sich die Sonne gegen die Wolken durch, war es sommerlich warm, waren die Wolken stärker, fühlte sich die Temperatur eher herbstlich an und es musste schnell eine wärmende Jacke übergezogen werden.

Gleich am Donnerstagnachmittag, nachdem wir uns auf dem schönen Platz installiert haben, machten wir alle gmeinsam einen Spaziergang rund um den Bergsee, welcher übrigens gleichnamig wie der Ort ist und idyllisch zwischen eindrücklichen Bergen, mit einer Fläche von ca. 0,5 km² auf einer Höhe von 1047 m ü.M. eingebettet ist.

Für den Bergsee sind verschiedene Sagen zu finden, eine davon erzählt, dass des Sees Name entstanden ist, nachdem der Riese Gargantua seine Füsse im See gewaschen hat und ihn damit nachhaltig verschmutzte.

Für Familien mit Kindern ist der Spaziergang rund um den See, für welchen keine nennenswerte Höhenmeter zu vermerken sind als spannender Hexenweg mit vielen Möglichkeiten eines kleinen Rasts und des Spielens gestaltet.

Der Hexenweg führt nicht nur dem Seeufer entlang, sondern auch an einen wunderschönen Wasserfall: den Seeweidbach-Wasserfall, welcher sich zur Zeit infolge Wassermangels eher ruhig ca. 30 m in die Tiefe stürzt!

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Verlängertes Wochenende in den Freiburger Voralpen

Am Samstag machten sich René und ich alleine auf den Weg und liessen uns mit der Sesselbahn von der Gypsera-Talstation auf die Riggisalp (1500 m ü.M)  transportieren. Unser kleiner Vierbeiner Filou war natürlich mit dabei und drückte sich während der Sesselbahnfahrt eng an mich, war aber dennoch interessiert, die Welt aus luftiger Höhe zu betrachten. Auf dem Berg angekommen gönnten wir uns erst eine kleine Zwischenverpflegung, bevor wir kurz nach dem Mittag den unbekannten Weg zu Fuss ins Tal in Angfriff nahmen. (Riggisalp Richtung Euschelspass , ungefähr auf halbem Weg rechts weg Richtung Unter Bödeli, weiter nach Hintere Weid und dann zurück zur Sesselbahnstation-Gypsera). Trotz bedecktem Himmel fühlte sich die Luft angenehm warm an. Noch etwas wärmer wurde uns auf den ersten paar hundert Metern, da es eine Steigung zu überwinden gab. Kurz darauf ging es nur noch bergabwärts, was meinem Knieglenk nicht sonderlich bekommen ist und sich noch ein paar Tage lang bemerkbar machte. Der grobsteinige und unebene Weg trug sicherlich einiges dazu bei, trotzdem war die Wanderung durch die schier unberührte Natur wunderschön! Filou genoss seine Leinenfreiheit sichtlich, würde man seinen zurückgelegten Weg messen, wäre es wohl nahe der doppelte als der unsrige!

Ungefähr auf halbem Weg wurde der Himmel immer dunkler und schon bald spürten wir die ersten Regentropfen auf der Haut…! René wurde unruhig, denn er hatte die Dachluke an unserem Wohnmobil nicht ganz geschlossen. Das nahende Gerumpel liess uns ahnen, dass die Wolken das Spiel mit der Sonne gewonnen haben, und den Sieg mit Regen und womöglich einem Gewitter feiern wollten! Wir marschierten so rasch wie es mir möglich war. Von Zeit zu Zeit war der Schmerz so gross, dass ich einige Sekunden stehen bleiben musste. Mein Vorschlag an René, dass er doch voraus laufen sollte, schlug er wehement aus! Er wollte mich ganz einfach nicht alleine lassen, kommt hinzu, dass auch seine Beine vom stetigen bergabwärts laufen müde und kraftlos geworden sind! So habe ich eingesehen, dass es sinnlos war, wenn er voraus gehen würde, es bestand allerhöchstens die Gefahr, dass seine müden Beine unter der Geschwindigkeit versagen. Nein, das war’s wirklich nicht wert, wir wollten das Glück nicht herausfordern!

Schliesslich hatte Filou bereits einen Teil des Tages-Glücks gebucht! Normalerweise geht er keine Risiken ein, doch irgendwie war er völlig aus dem Häuschen und übersah einen Bovi-Stop. Ein Bovi-Stop ist ein Weiderost und bildet für die weidenden Rinder eine Art Zaun.  Nun, René marschierte am Rand voraus, Filou übersah dies und raste mit vollem Tempo gegen den Bovi-Stop. Leider reichte es nicht den ganzen Gitterrost zu überqueren, so dass er im letzten Drittel landete, in den quer zur Strasse liegenden Stahlrohren einfädelte, sich überschlug und; rollend auf dem steinigen Wanderweg landete! Er stand auf und raste sogleich weiter… ein Glück! Nicht auszudenken, wenn er sich ein Pfötchen gebrochen hätte…

Für ein paar Meter war der Weg nicht mehr ganz so steil, was sich aber um die nächste Biegung sofort wieder änderte! Nun konnten wir auch den Bergsee sehen und stellten fest, dass wir noch einige Höhenmeter abzubauen hatten und wohl doch nicht so rasch am Camping sein konnten. Mit gegenseitigen Fragen nach dem momentanen Befinden und einigen kräftigen Worten zur Entladung der sich innerlich anstauenden Energie kamen wir mal besser und mal weniger gut, durchnässt und trotzdem irgendwie zufrieden im Tal an.

René kontrollierte umgehend „den Schaden“ betr. Regen und der offenen Dachluke. Da wir den verbleibenden Teil des Tages-Glücks nicht mit sinnloser Hektik auf dem Wanderweg herausgefordert haben, gehe ich davon aus, dass ein Teil im Tal dafür sorgte, dass alles im Wohnnmobil trocken geblieben ist!  :-)

Nach unserer Ankunft auf dem Campingplatz dauerte es übrigens nicht mehr allzu lange, bis die Sonne erneut das Spiel mit den Wolken aufnahm…

Die 4 freien Tage vergingen wie immer viel zu schnell. Ein schöner Gedanke aber ist: auch das bereits wieder anstehende Wochenende lässt sich mit einem zusätzlichen freien Tag geniessen!

Unser Ziel steht bereits fest! Gespannt? Na dann schaut doch bald wieder vorbei!