Vierter und letzter Teil: Reisebericht Dänemark

Zu den heimlichen Vorbereitungen für unseren „Überraschungsbesuch“ gehörte natürlich auch die Organisation eines Übernachtungsplatzes. Hierfür durften wir die nötigen Vorkehrungen der Braut, sprich der Gräfin überlassen!

Uns wurde ein unglaublich ruhiger Stellplatz inmitten von Sträuchern und Bäumen zur Verfügung gestellt und das Beste war: es waren nur vereinzelt ein paar Gäste mit ihren Zelten da, die auf der Zeltwiese einquartiert wurden, welche nicht unmittelbar an unserem Platz lag. Kommt hinzu, dass die Zeltgäste jeweils auch nur eine Nacht geblieben sind.

Leider verschlechterte sich im Gegensatz bei unserer Ankunft auch in Sachsen das Wetter mehr und mehr. Man könnte fast denken, wir hätten bei Petrus Regen gebucht!

Bereits nach kurzer Zeit bemerkten wir den hohen Stresspegel beim Brautpaar, vorallem die Braut war unsagbar nervös! Ist ja klar, schliesslich findet ein solcher Tag nicht alle Wochen statt! Dadurch, dass die ganze Familie unter Druck stand und irgendwie keine klaren oder mehr noch klärende Gespräche stattfinden konnten, versuchten wir aufzufangen wo und wie immer es möglich war! Und schon kennen wir den Grund, weshalb René das Gefühl hatte früher anzureisen… ;-)

Es gab noch viel vorzubereiten, die beiden hatten sich sehr, sehr viel vorgenommen und wie es in solchen Situationen meistens so geht, klappt das wenigste nach Wunsch! Improvisation und Flexibilität war einmal mehr gefragt.

Die gemütlichen aber auch gesprächsintensiven Abende an einer Burgruine im Dorf, in welcher trotz dem äusseren Zerfall ein Restaurant mit feinen Köstlichkeiten geführt wird, aber auch die Momente zu viert in unserem Womo entschädigten die hin und wieder stressigen Momente des Tages.

Besonders spassig fanden wir, dass Frau Gräfin in der Hektik ihre Agenda durcheinander kommen liess… Für den späteren Nachmittag des Donnerstag war die Probe eines Fotoshootings geplant. Wir haben erfahren, dass es keine 0815-Fotos geben wird! Darauf waren wir natürlich gespannt.

Wir sassen nach einem intensiven Tag gerade an der Burg mit einem ebenso intensiven Gespräch, da klingelte das Telefon von Frau Gräfin! Ihrer Mimik und Gestik (sie klatschte sich mit der flachen Hand an die Stirn) war zu entnehmen, dass wohl irgendwas schief gelaufen sein muss. Genauso war es! Wie wir da also beieinander sassen, wartete die Fotografin zur verabredeten Zeit am vereinbarten Ort… aiaiaiii… Tja, als die beiden nicht da waren, fuhr sie halt einfach wieder nach Hause und tippte die Nummer der Gräfin ein. Warum die Fotografin dies nicht auf Platz getan hat? Naja, sie hatte ihr Handy zu Hause liegen lassen… es muss wohl am Tag gelegen haben!

Nun die beiden vereinbarten, dass sie sich alle binnen ca. einer halben Stunde am vereinbarten Ort treffen werden und so die Vorbesprechung für das Shooting doch noch stattfinden würde. Wir hatten das Glück, bei der Hauptprobe dabei sein zu dürfen, was uns eine Ehre war und auch viel Freude und Spass bereitet hat. Wie bereits erwähnt, 0815 war ein Tabu, frei nach dem Motto: alles kann, nichts muss! Das Shooting war für die Woche nach der Hochzeitsfeier angesagt und: das Wetter war traumhaft dafür…!!

Das Fest fand in einer alten, restaurierten Fährscheune statt, die natürlich noch hergerichtet werden musste. Mit vereinten Kräften und immer grösser werdender Freude an der Gestaltung hatten wir auch dies bis am Freitagabend geschafft, und dies: ja genau, bei strömendem Regen!

Der Polterabend feierten wir zu viert in unserem Wohnmobil: Das Grafen-Hochzeitspaar, René und ich. Noch heute denken wir gerne an diesen Abend, er war einmalig, einfach genial, wie Frau Gräfin zu pflegen sagt! Zu sehr später Stunde legten wir uns alle zur Ruh.

Pünktlich um 14:30h besammelten wir uns beim Elternhaus der Braut und warteten, bis der Graf seine Braut abholte und mit ihr beim ersten Kirchturmglockenschlag zur Trauungszeremonie schritt. Es regnete in Strömen, doch jeder Regentropfen bedeutete an diesem Tag ein Stück Glück….

Die Zeremonie in der Kirche war alles andere als traditionell… inhaltlich wie auch musikalisch… besser hätte es nicht ausgewählt sein können!

Das anschliessende Fest in der alten Fährscheune an der Elbe kam schnell in Schwung und wurde ohne festen Rahmen eine Zeit der absoluten Gemütichkeit. All die Unannehmlichkeiten und energiezerrenden Momente der vergangenen Tage waren vergessen!

Die Zeit schritt fast unbemerkt schnell voran! Irgendwann weit nach Mitternacht verabschiedeten wir uns von allen, denn am nächsten Tag hatten wir knapp 1’000 km Heimreise vor uns. Es ist uns nicht leicht gefallen, die Grafschaft zu „verlassen“, auch wenn die Zeit in Sachsen hin und wieder das Eine oder Andere abverlangte, haben wir sie sehr geschätzt und genossen…  An dieser Stelle liebe Frau Gräfin, lieber Herr Graf: vielen, vielen herzlichen Dank für alles! Ihr seid einfach mega genial ;-)  gell Frau Gräfin…

Ein Glück hatte ich Samstags kurz vor Mittag die Idee, unser Wohnmobil gleich mit an der Fährscheune zu parken, so dass wir spät abends, und im schlechtesten Fall im Regen nicht noch einen „langen“ Weg gehen mussten. Ein weiterer und eigentlich wichtigerer Grund war auch Filou. Wir konnten ihn weder in die Kirche noch mit ans Fest mitnehmen, es wäre Stress pur für ihn gewesen. So konnten wir aber immer wieder mal nach ihm sehen. Diese Aufgabe hat René einfach wortlos übernommen, immer wenn ich dachte es sei an der Zeit nach Filou zu sehen und dies auch René mitteilte, sagte er zu mir: ich war gerade Gassi mit ihm… manchmal denke ich wirklich, dass sich unsere Gedanken ohne unser Wissen absprechen…!! Vielen Dank, mein Schatz!

Die Nacht war kurz und der Himmel weinte immer noch… trotzdem war es Zeit die Heimreise anzutreten. Ca. um 9:30 h sind wir losgefahren. René sass solange hinter dem Lenkrad, bis ihn die Müdigkeit überkam. Auf einer Raststätte wechselten wir die Plätze, nach dem auch Filou sich die Beine vertreten hatte . Nach ca. 3 Stunden verspürte auch ich Müdikeit und wir wechselten erneut die Plätze.

Genau um 20:00 h sind wir dann zu Hause angekommen, unglaublich müde, aber auch dankbar, dass wir unfall- und pannenfrei soviele Kilometer hinter uns gelassen haben.

In Kürze werde ich noch ein kleines Fazit zu unserer Reise in Dänemark verfassen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen herzlich bedanken, die uns jeweils begleiten und Anmerkungen zu unseren Posts schreiben. Feedbacks erfreuen uns immer ganz besonders und zeigen uns natürlich auch, dass es sich lohnt, von Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten.