Vimmerby – Lönneberga – Nötö

23. Juli 2012 Leichtes Trommeln der Regentropfen weckte uns heute Morgen. Nach dem einmal mehr sonnigen Tag von gestern haben wir überhaupt nicht mit Regen gerechnet. Unserer inneren Uhr eilte es nicht sonderlich mit aufstehen, es musste also noch recht früh gewesen sein. Als wir zum zweiten Mal erwachten, zeigte die Uhr 8:30h, gerade recht um sich langsam für einen weiteren Tag mit Erlebnissen bereit zu machen. Heute war unser Ziel Vimmerby, der Geburtsort von Astrid Lindgren. Nachdem wir auf dem Camping ausgecheckt haben, sind wir ein langes Stück der Halbinsel wieder Richtung Festland gefahren. Wie so oft in den letzten Tagen führten die Strassen uns durch lange Wälder entlang von Seen. Doch noch immer finden wir die Landschaft einfach nur herrlich und geniessen jeden einzelnen Baum!

Je länger wir unterwegs waren, desto mehr klarte der Himmel auf und zeigte sich von seiner schönsten Seite. Natürlich stiegen auch die Temperaturen!

Dass man sich im Geburtsort von Astrid Lindgren befindet ist unverkennbar, denn überall ist Pippi Langstrumpf auf Plakaten und Wegweisern zu sehen. Doch wo parken wir unser grosses Fahrzeug? In einem Kreisverkehr erspähten wir eine Verkehrstafel, die wir erst ein paar Mal lesen mussten und dafür mindestens 3 Mal den Kreisverkehr umfahren haben. Ach so, das heisst: Durchfahrt ab 22:00h bis 05:00h verboten… Wir achteten eben nur auf das Fahrverbot, nicht auf die Zeit und wunderten uns, weshalb alle Fahrzeuge die Strasse passierten! Es war uns unverständlich, denn die schwedischen Automobilisten sind sehr, sehr korrekt auf der Strasse, das muss hier einfach erwähnt sein! Drängeln ist ein Fremdwort, Hupen ein no go, und Geschwindigkeitslimiten werden penibel eingehalten! Die Bussen werden wohl enorm hoch sein, so dass es sich so oder so lohnt, die Limiten einzuhalten. Die Polizei ist kaum auf den Strassen anzutreffen, Radargeräte sind fix installiert und werden mit einer Warntafel früh genug angezeigt!

Nun wir passierten die Strasse also auch und waren froh den Kreisverkehr zu verlassen, bald wäre uns schwindlich geworden. Wir fanden dann auch schnell einen Parkplatz, schnappten unsere Fotoapparate und schlenderten durch Vimmerby. Ja es hatte ein paar schmucke Holzhäuser und ein grosser Platz, auf dem sich ein grosser Spielplatz für Kids befand und natürlich auch Tische der umliegenden Cafés und Restaurants, um sich zu verpflegen. Aus Lautsprechern trällerte das berühmte Pippi Langstrumpflied. Logischerweise ist das etwas grössere Dorf auf Touristen aus… was aber nicht ganz unserem Geschmack entsprach. Nach kurzer Zeit machten wir uns auf, denn wir wollten zum nur etwas 20 km entfernten Hof, auf welchem Michel von Lönneberga seinen Unfug getrieben hat. Leider wurde daraus nichts, denn dieser Hof ist im Privatbesitz und es kann „nur“ die Tischlerscheune, in welcher Michel nach jedem Streich (Strafe) seine Holzfiguren schnitze besucht werden. Doch weder der Hof noch die Scheune ist ausgeschildert und es ist uns auch nach einer kleinen Irrfahrt nicht gelungen, weder das eine noch das andere ausfindig zu machen. Vielleicht soll das auch so sein! Wäre ein solch berühmtes Gebäude in unserem Besitz, wollten wir vielleicht auch nicht jeden Touristen da haben…


Also machten wir uns erneut auf die Suche, diesmal aber nach unserer Bleibe für die nächste Nacht. Nörtö haben wir uns ausgesucht. Ein Waldplatz, an dem an sich hinstellen kann, wo einem gerade beliebt. Es war dann auch nicht schwierig – mit GPS Koordinaten, versteht sich – den Platz zu finden. Wir waren überwältigt! Nur ein paar Bäume trennten uns vom Wasser und Gleichgesinnte nicht gleich Fenster an Fenster als Nachbarn. Hier wollten wir bleiben. Die Rezeption war scheinbar in einem Wohnwagen, wir wollten einchecken, doch niemand war da. Na dann versuchen wir es am nächsten Morgen noch einmal und checken ein und gleich wieder aus.

Den Rest des Tages haben wir gemütlich entspannt. Vor dem abendlichen Spaziergang für Filou öffnete mein Privatkoch das Restaurant für mich und grillte die Zutaten, welche wir am Morgen eingekauft haben, nach dem wir auf der gegenüberliegenden Seite des Supermarktes eine Glashyta (Glashütte) kurz besucht haben. Die Glaskunstwerke sind Geschmacksache, es ist auf jedenfall Kunst, jedoch nicht jene, die uns gefällt. Auch dachten wir, dass der Glasbläser arbeiten würde, doch scheinbar war gerade Lunchzeit und er sass mit seiner Frau an einem Tisch, erklärte uns nur kurz seine Technik und das wars. Nun, es gibt ja noch mehr Glashütten.

Der Gassispaziergang mit Filou führte uns natürlich zum Wasser, wo es erneut Schären zu sehen gab. Der Untergrund war etwas morastig, was wir aber erst festgestellt haben, nachdem uns die Mücken bereits verstochen haben, dies obwohl wir uns mit Antimückenspray eingesprüht haben. Tja, das gehört eben auch zu Schweden! Zurück beim Wohnmobil griffen wir als erstes zur kühlenden Salbe. Später im Bett juckten die Stiche dermassen, dass wir die Kühlbeutel, welche wir auf Grund von Renés Knieerkrankung mit dabei hatten und kühlten die juckenden Hautstellen damit. Resultat war nicht nur der schwindende Juckreiz, sondern auch die allgemeine Abkühlung, denn es war sehr warm, ungewöhnlich warm und passte irgendwie auch nicht in unser Bild zu Schweden.

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