Winterliche Verhältnisse am Titi- und Schluchsee

Als wir auf dem Stellplatz in Bad Dürrheim direkt am Gesundheitszentrum Solemar ankamen, staunten wir nicht schlecht! Einen so grossen Stellplatz, resp. Wohnmobilhafen haben wir noch nie angetroffen… Trotzdem bereits viele Wohnmobile stationiert waren, gab es noch genügend freie Plätze, so dass die Auswahl nicht einfach war.

Nach der Anmeldung an der Information machten wir einen Spaziergang ins nahe gelegene Zentrum. Bad Dürrheim gilt als Luftheilkurort mit vielen Kliniken. Wir spürten viel Ruhe und genossen die Zeit bei einem feinen Nachtessen und gemütlichem Beisammensein.

Vorgenommen hatten wir uns eigentlich, dass wir das Gesundheitszentrum besuchen und ein wenig im Sole-Wasser plantschen würden. Wie nicht zum ersten mal während unseren Ferien haben wir uns anders entschieden. Der Besuch im Solemar sparen wir für einen nächsten Wochenend-Tripp auf!


Am darauf folgenden Tag fuhren wir dann noch einmal zurück nach Titisee und machten erneut einen Spaziergang. Ein hübsches Dorf, wenn auch sehr auf Tourismus ausgerichtet!

Unser Tagesziel  war nicht weit entfernt, gerade etwas mehr als 20 km. Wir wollten zum Schluchsee und dort für zwei Nächte verweilen. Über Hügel und durch Wälder fuhren wir Richtung Feldberg, welcher übrigens mit 1493m der höchste Berg im Schwarzwald ist und über 31 Liftanlagen und 55 km Skipisten verfügt!

Am Schluchsee angekommen haben wir einen Campingplatz angefahren, der wohl ganzjährig geöffnet hat, aber irgendwie in der Zwischensaison war. Es hatte kaum Gäste auf dem Platz stationiert! Wir durften uns also erneut einen Platz aussuchen! Nach der Anmeldung war dann mal Wohnmobil-Reinigung angesagt. Manch einer meint vielleicht: Was, in den Ferien putzen? Dem kann ich nur sagen: es vereinfacht vieles zu Hause, abgesehen davon benötigt man gerade mal 15 Minuten dafür!

Das Nachtessen gönnten wir uns im Seestüble, ein wirklich sehr spezielles und sehr heimeliges Restaurant mit feiner Hausmannskost, wie sie sich unser Magen nicht gewohnt ist und demensprechend nicht alle Tage auf unserem Speiseplan zu finden ist. Mmhh… fein war’s aber trotzdem!

Den nächsten Tag verbrachten wir mit Spazieren und Fotografieren. Motive gab’s am Schluchsee viele und das Wandern am See entlang war mehr als angenehm. Auch hier vermittelte uns die Landschaft das Gefühl von unterschiedlichen Ländern! Da ränkelte sich z.Bsp. eine Art Pinie quer über den Seeuferweg hin zum Wasser und gab einem das Gefühl irgendwo in Süd-Frankreich zu sein, der Blick ans andere Seeufer, der uns dicke Tannenwälder zeigte vermittelte wieder eher nördliche Länder wie z.Bsp. Finnland! Enorm diese Gegensätze…

Bis zu unserem Ankunftstag am Schluchsee durften wir wunderschönes und angenehm warmes Herbstwetter geniessen! Gerade weil wir in Dänemark im Sommer mehrheitlich von nassem und sehr windigem Wetter begleitet wurden, schätzen wir die leuchtenden Farben in der Sonne und die Wärme noch mehr als sonst. Nachmittags, unseres Ankunftstags zeichnete sich eine Wetterveränderung an, ein etwas auffrischender Wind blies mehr und mehr Wolken vor die Sonne, liess dem Regen aber noch keine Chance. Am 2. Tag waren die Wolken so dicht, dass die Sonne kaum mehr eine Möglichkeit hatte, ihre herbstliche Kraft zu zeigen. Auch der Wind war noch etwas boeiger geworden. Auf dem Rückweg unserer ausgiebigen Wanderung wurden die Wolken dunkler und dunkler, just in dem Moment, als wir nur noch wenige Meter von unserem Wohnmobil entfernt waren, spürten wir die ersten Regentropfen auf der Haut! Das Timing hätte nicht besser sein können!

Den restlichen Nachmittag gönnten wir uns viel Ruhe und Musse… einfach sein, nichts mehr wollen, nichts mehr müssen…. herrlich!

Am nächsten Morgen weckten uns aufs Dach trommelnde Regentropfen! Gemütlich frühstückten wir, erledigten mit Schirm, Scharme und guter Laune die Ver- und Entsorgung bevor wir uns dann richtung Schweiz auf den Weg machten.

Wir hatten gerade den Ort Schluchsee verlassen, da sagte René zu mir: „Schau mal, es schneit!“ Ich: “ Was es schneit?“ René: „Doch, doch, schau mal ganz genau auf die Windschutzscheibe!“ Tatsächlich, es begann zu schneien, und das nicht zu knapp!! Je mehr wir auf der Strasse vorrückten, deste besser waren die Schneeflocken zu erkennen, ja die Hausdächer wurden weiss und auch die Strasse überzog sich mit Schneematsch! Ufff… und wir waren noch gar nicht wintertauglich aufgerüstet! Nun, zum Glück war es nur eine Schneise, welche mit der weissen Pracht beschenkt wurde, bald schon waren die Strassen „nur“ noch regennass und wieder unbedenklich mit Sommerreifen befahrbar….

Bevor wir die Deutsch-Schweizer Grenze passierten, erledigten wir noch den Einkauf um dann gemütlich den restlichen Weg in Angriff zu nehmen. D.h. direkt sind wir nicht nach Hause gereist, Herr und Frau Gräfin waren genau wie wir in während dieser Woche im Urlaub. Bereits im Vorfeld habe ich mit dem Grafen ausgeheckt, dass wir diesmal seine Frau überraschen und nach ihrer spätabendlichen Ankunft aus den Ferien auf die beiden warten würden. Die Überraschung ist uns übrigens gelungen, auch wenn wir sie kurz vor Ablug des gräflichen Paars gelüftet haben!

Fazit: Der Schwarzwald hat es uns angetan! Wir konnten uns kaum vorstellen, wie vielfältig die Landschaft, wie wunderschön die Natur  und wie freundlich die Menschen sind! Es hat uns im Schwarzwald gar so gut gefallen,  dass wir schon bald wieder hinfahren werden….

P.S. Dieser Bericht wir bald noch mit Fotos „aufgerüstet“!