Anreise nach Schwedisch Lappland

Nach langen und intensiven Wochen des Wartens und Träumen war es Sonntag, 22. Dezember 2013 nun also endlich soweit! Der Wecker klingelte kurz vor 02:00h, unser „Taxi“, Renés Bruder und seine Frau fuhren pünktlich vor, um mit uns um 3:00h Richtung Flughafen in Zürich los zu fahren. Wo man sonst täglich im Stau steht, war die Strasse frei. Wir kamen flott voran und begegneten nur ein paar Nachtschwärmern, die wohl gerade erst vom Ausgang nach Hause zurück kehrten!

Das Treiben auf dem Flughafen erstaunte uns nicht schlecht! Es waren schon einige Hundert Menschen mit voll gepackten Koffern unterwegs! Einigen konnte ihr Reiseziel bereits von weitem „abgelesen“ werden. Die Füsse steckten in Flipflops und am Handgepäck, sprich dem Rucksack am Rücken waren die Flossen zum Schnorcheln aufgebunden… in der Tat selbsterklärend!

Leider konnten wir mit dem Online-Checkin von zu Hause nicht ein durchgehendes Checkin erledigen, sondern nur bis Stockholm. Mittels meinem Anruf auf die Hotline erklärte man mir noch am Vortag, dass wir uns bei der Gepäckaufgabe am Flughafen melden sollten, und dann alles weitere erledigt wird. Nun, auch da konnte man uns nicht weiterhelfen, weil scheinbar die Technik streikte. Bis Stockholm war ja eingecheckt, die Boardkarten hatten wir auch, für den Rest blieb genug Zeit, uns direkt in Stockholm darum zu kümmern.

Nach einer kleinen Stärkung in einem der zahlreichen Cafés verabschiedeten wir uns von Renés Bruder und seiner Frau und passierten anschliessend problemlos den Zoll. Nun standen wir also am Gate und warteten auf die Aufforderung an Board zu gehen. Etwas mulmig war uns schon, immerhin fliegen wir nicht gerade oft, es ist halt nicht unser gewohntes Reisemittel…

Alles lief glatt und wir verbuchten den Flug von Zürich nach Stockholm bereits vor der Landung als sehr ruhig und angenehm.

Nachdem wir unser Gepäck vom Rollband 2 entnehmen konnten, verschafften wir uns einen Überblick im Stockholmer Flughafen. Der ist mächtig gross… Im Treiben, der einem Haufen voller Ameisen glich, entdeckten wir einen Schalter, der mit SAS angeschrieben war: unser Fluggesellschaft, bei der wir gebucht haben. Da fragten wir einfach mal nach und erläuterten unser „Problem“. Die nette Dame am Schalter erklärte uns, dass wir uns im Terminal 3 am Schalter von Next Jet melden sollen. Sie erläuterte uns den Weg zum Terminal 3. Beim an unzähligen Sandwich-Buden, Restaurants und Cafés vorbei marschieren  bemerkten wir, dass wir seit unserem nächtlichen Aufstehen noch nichts gegessen hatten und unser Magen sich dementsprechend meldete. Doch erst wollten wir unser Koffer loswerden und die nächsten Boardkarten erhalten. Am Schalter bei Next Jet mussten wir kurz noch etwas warten. Trotzdem die Öffnungszeiten anzeigten, dass die Schalter bedient sein sollten, war niemand da. Auch als die Angestellten  zurück kamen, zeigten sie nicht gerade Anstalten, als möchten sie sich beeilen. Nun, wir hatten ja ausser dem Hungergefühl auch eine Unmenge an Zeit! In Stockholm um 09:00h angekommen, ging unser nächster Flug erst um 18:50h weiter…

Während des Wartens entdeckten wir etwas, das uns leicht und kurz mal ins Schwitzen brachte: Handgepäck!! Für den nächsten Flug nach Arvidsjaur sollten wir plötzlich nur noch 5 kg, entgegen den 8 kg vom ersten Flug zur Verfügung haben?? Ups, wir hatten die 8 kg zwar nicht voll ausgeschöpft, aber mehr als 5kg waren es alle weil… Und nun… wir überlegte, was wir umpacken könnten… stellten aber schnell fest, dass es nichts gab, das wir ins Reisegepäck packen wollten, dies obwohl wir da noch Reservegewicht hatten! Im Handgepäck befand sich unsere gesamte Fotoausrüstung, bis auf die beiden Stative, die waren im Reisegepäck untergebracht. Nebst der Fotoausrüstung war auch mein „altes“ Notebook mit im Handgepäck. Wir beschlossen also, alles so zu belassen, wie bisher. Es stellte sich dann im Nachhinein heraus, dass es absolut kein Problem ist, und Jörg, der Vermieter unserer Ferienlocation oftmals mehr als 10 kg Handgepäck bei sich hat!

Die nächsten Stunden verbrachten wir mit Essen, Menschen und Flugzeuge beobachten, so wie etwas dösen…. Von der Landung bis zum nächsten Start blieben uns knapp 10h! Zum ersten Mal wurden wir auch mit der kurzen Tageszeit konfrontiert. Bereits um 16:45h war es dunkel, und zwar stockdunkel!!

Es war schon sehr ungewohnt, und wir fragten uns, wie sich das wohl noch einmal ca. 900 km nördlicher anfühlen musste?


Reiseroute nach Schwedisch Lappland

Reiseroute nach Schwedisch Lappland


Wie geplant, wurde unser Flug um 18:25h für das Boarding geöffnet. Wir hatten die Maschine bereits im Vorfeld gesehen… als sie nun aber so vor uns stand, wurde uns doch noch einmal mulmig und wir fragten uns, ob das wohl gut geht…? Eine Propellermaschine… nur zwei Propeller… ein bewährtes und richtiges Arbeitstier, liessen wir uns von Renés Schwager versichern. Ein Vielflieger und absoluter Fan im Bezug auf alles, was mit dem Fliegen in Zusammenhang steht! Wen wundert also seine Euphorie dieser Flugreise gegenüber….

Also sind wir eingestiegen und haben uns auf einen der noch freien Sitzplätze gesetzt. Die Plätze sind nicht reserviert. Weil wir nicht zu den ersten Fluggästen gehörten, welche die Maschine bestiegen, konnten wir auch nicht nebeneinander, sondern immerhin hintereinander sitzen.

Die Zeit zog sich dahin, doch von Starten war keine Rede! D.h., der Pilot hat wohl eine Durchsage gemacht, jedoch nur auf Schwedisch, was wir leider nicht nur infolge der fremden Sprache, sondern auch der schlechten Tonqualität wegen nicht verstanden haben. Wir warteten also weiter ab… mit eine halben Stunde Verspätung ( 19:20h) sind wir dann endlich gestartet. Langsam aber sicher waren wir doch schon etwas müde….!

Die erste viertel Stunde in der Luft war schon eher unruhig, und wir hofften natürlich, dass sich diese Unruhe nicht über die nächsten etwas mehr als 2h hinziehen wird. Ok, 20 Minuten waren noch für eine Zwischenlandung in Lycksele eingeplant. Nun, auch hier wurden wir mehr als positiv überrascht! Der Flug wurde ruhiger und ruhiger, so dass bald nur noch das laute Geräusch der Propeller zu hören war… Wie uns vorausgesagt wurde: ein einmaliges Erlebnis…!!


Happy landing in Arvidsjaur

Happy landing in Arvidsjaur


Bei der Zwischenlandung in Lycksele stellten wir mit grosser Freude fest, dass es draussen richtig schön winterlich geworden ist. Schneeräumungsfahrzeuge räumten die Pisten, die Propeller wirbelten den Schnee durch die Luft und vermengte sich mit den vom Himmel fallenden Schneeflocken…

Auch die restlich verbleibenden 20 Flugminuten verliefen reibungslos. Der Flughafen Arvidsjaur ist sehr klein, und wird, wie uns erklärt wurde, auch nicht mehr täglich angeflogen… wir waren also endlich in der Abgeschiedenheit angekommen… :-) Jörg und Anja, unsere Ferienlocation-Vermieter warteten geduldig wir ausgemacht auf uns, dies trotz der Verspätung..! Wir waren sehr dankbar und freuten uns über die herzliche Begrüssung. Nach dem Verladen unseres Gepäcks ging es noch einmal 100 km mit dem Auto bis zum Hof von Anja und Jörg in Sorsele, Nedre Norra Örnäs.

Auch wenn wir nach dem langen Tag bereits hundemüde waren, genossen wir die nächtliche Fahrt. Durch die Flutlichtscheinwerfer, welche hoch im Norden an jedem Auto montiert sind, wurden die mit Schnee bedeckten Bäume herrlich ausgeleuchtet… Diese Bilder glichen stark einem Märchen……….

In unserem Zuhause (für die nächsten 11 Tage) angekommen, haben wir die Koffer ins Haus getragen, ein paar Instruktionen erhalten und anschliessend ein uns von unseren Gastgebern Anja und Jörg offeriertes Glas Sekt genossen. Unendlich müde aber unbeschreiblich zufrieden sind wir gegen Mitternacht in einen langen und erholsamen Schlaf gesunken.



Ferienhaus Nils Holgerson

Ferienhaus Nils Holgerson