Bergwanderung

Trotzdem unser grosser Urlaub in 3 Wochen ansteht, sind wir noch einmal für ein Wochenende mit unserem Wohnmobil losgefahren. Die vergangenen Wochenenden waren meist mit Arbeit gefüllt, so dass wir für die letzten Wochen, die meist noch etwas hektisch werden, unsere Batterien laden konnten.

Unser Ziel: Sannen im Berner Oberland, in der Nähe von Gstaad. Freitag nach Büro- und Werkstatt-Feierabend gings nach einer turbulenten und anstrengenden Woche los. Wir ahnten da noch nicht, dass auch das Wochenende anstrengend wird, einfach anders anstrengend…

Mein Vorschlag war, dass wir mit der Bahn von Saanen nach Gstaad und anschliessend mit dem Postauto nach Lauenen reisen und die letzte Etappe zu Fuss an den Lauenensee wandern. Bei der Anmeldung auf dem Campingplatz teilte  die uns bereits bekannte uns sehr nette Platzwartin Bettina mit, dass man mit dem Kauf der „easyaccess Gstaad-Card“ von Vergünstigungen, oder gar „Gratisfahrten“ profitieren kann. Wir kauften also diese Karte und passten unser Wandervorhaben an.

Mit der Bahn reisten wir von Saanen nach Gstaad und anschliessend mit dem Postauto zur Gondelbahn, welche uns aufs Wisperli brachte. Von da wollten wir über den Bergkamm zum Lauenensee wandern.

Als wir auf dem Wisperli (1907 m ü.M.) ankamen, blies uns ein kühler Wind entgegen, der Himmel war verhangen, doch sah es nicht aus, als würde es bald regnen. Zur Stärkung gingen wir im Berghaus erst etwas essen, bevor es dann kurz vor 12:00h losging.

Schlussendlich sah unsere Wanderung wie auf nachstehender Karte aus! Die erste Etappe war sehr angenehm, schnell haben wir unsere Jacken auf die Rucksäcke geschnürrt, denn die Sonne blinzelte immer wieder  zwischen den Wolken hervor, so dass uns warm wurde. Auch Filou genoss die Landschaft leinenfrei und tobte sich richtig aus. Mit Sicherheit ist er den Weg mindestens doppelt gelaufen!


Bergwanderung Wispile - Chrine - Lauenen

Es gab viel zu sehen, ein herrliches Panorame über das Saanenland, Berggipfel teils noch in Schnee verpackt, aber auch wunderschöne Bergblumen. Es ging mal etwas bergab, dann wieder bergauf… alles in allem wirklich angenehm. Als wir zum ersten Wegweiser kamen, gab der noch 2:15h an… das konnte doch nicht sein! Am Berghaus waren 2:30h angegeben, und wir waren mit Sicherheit schon eine gute halbe Stunde unterwegs! Naja… was solls… wir marschierten weiter, genossen die Berglandschaft und lachten über Filou, der voraus rannte, stehenblieb und mit vorwitzigem Blick zu uns zurück sah, so nach dem Motto: na los doch, kommt schon…


Nostalgie-Bahn Saanen - Gstaad

Nostalgie-Bahn Saanen – Gstaad



Wandbemalung Berhaus Wispile

Wandbemalung Berhaus Wispile


Nach einiger Zeit gelangten wir zum „Chrinetrtitt“, wo der Weg wirklich steil abfällt! Unsere Gelenke und Muskeln wurden auf eine harte Probe gestellt. Manch einer kann sich vorstellen, dass einem die Wanderlust für einen Moment verging.  Langsam bewältigten wir den Abstieg. Grosse Vorsicht war auf dem steinigen und mit knorrigen Wurzeln verzierten Weg geboten. Auf dem „Chrinepass“ (1659 m ü.M.) und somit an einer Weggabelung angekommen, hatten wir nun zu entscheiden, ob wir mit unseren überstrapazierten und mittlerweile auch schmerzenden Gelenken einen weiteren Aufstieg in Angriff nehmen, oder ob wir den Weg nach unten wählen, und so Lauenen, also nicht den See wie geplant „anlaufen“.

Der Ausschnitt auf der Karte vermittelte uns den Eindruck, dass wir besser den Aufstieg wählen und anschliessend auf relativ angenehmem Gelände zum Lauenensee gelangen. Also gut, und los gings wieder… erst nur mit leichtem Anstieg, was sich aber schnell änderte: es wurde immer steiler und wir immer kurzatmiger. Die Anzahl Schritte wurde immer weniger, bis wir wieder stehen  blieben… um ehrlich zu sein, vorallem ich! Irgendwann hatte ich genug! Ich fragten mich nämlich, wie denn der Abstieg sein muss… wenn wir doch schon so steil aufsteigen. René wäre auf jedenfall weiter aufgestiegen, doch ich konnte ihn überzeugen, dass es vielleicht doch besser ist, wenn wir nach Lauenen absteigen, und falls die Zeit reicht, anschliessend mit dem Postauto zum See fahren.

Der Abstieg war sehr beschwerlich, denn mittlerweile hatte ich grosse Schwierigkeiten mit beiden Knien und konnte kaum mehr gehen. Mit immer wieder kurzem Stehenbleiben schafften wir den Abstieg auf einem teils sehr schmalen, steinigen und auch glitschigen Weg. Trotz aller Mühen war es sehr schön. Wir schätzen die Ruhe und die natureigenen Geräusche vom Zwitschern der Vögel, vom Rauschen des Wassers usw.

Nach 4,5h sind sind wir in Lauenen angekommen konnten auf dem Fahrplan des Postverkehrs feststellen, dass in 10 Minuten ein Postauto Richtung Gstaad fährt. Also beschlossen wir auf das ersehnte Eis noch etwas zu verzichten, genauso wie auch auf den Besuch des Lauenensee. Die Postautos fahren nämlich nur stündlich… so lange wollten wir nicht auf das Nächste warten!

Zurück in Gstaad gönnten wir uns dann Eis und Kaffee, bevor es mit der Bahn zurück nach Saanen ging. Nach den letzten Schritten vom Bahnhof zu unserem Wohnmobil setzten wir uns sehr müde aber auch sehr zufriedener ins Gras. Wir liessen die ganze Wanderung noch einmal Revue passieren und waren  stolz, dass wir unser Vorhaben, wenn auch etwas abgeändert geschafft haben!


Schuhe-Kleiderresultat nach Wanderung

Schuhe-Kleiderresultat nach Wanderung


Am nächsten Tag, also Sonntag sah der Himmel aus, als würde es innert kürzester Zeit regnen. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, mit den öffentlichen Verkehrsmittel an den Lauenensee zu fahren. Weil die Plätze auf dem Camping noch zahlreich zur Vergügung stehen, durften wir unser Wohnmobil mit Bettinas Erlaubnis bis zum späteren Nachmittag stehen lassen.

Doch in Anbetracht der sehr wechselnden Launen von Petrus haben wir beschlossen, dass wir zusammenpacken und gleich mit dem Wohnmobil an den See fahren. Ca. eine Stunde später waren wir  vor Ort und stellten später fest, dass wir Glück hatten. Es hatte noch genügend freie Plätze auf dem Parkplatz. Nach unserem Spaziergang rund um den See hätten wir keine Möglichkeit mehr gehabt, unser Wohmobil hinzustellen!

Trotzdem der Himmel verhangen war und die Sonne uns keinen Strahl ihrer Wärme gönnte, war es erneut ein schönes Erlebnis, die Natur mit all ihren Kräften und Herrlichkeiten zu geniessen!


Lauenensee

Lauenensee


Ja und nun laufen bereits die defintiven Urlaubsvorbereitungen!

  1. die Fähre für die Hinfahrt nach Norwegen ist gebucht, die Rückfahrt lassen wir noch offen, bei uns weiss man nie so genau wo es uns hinzieht…

  2. die Anmeldung bei AutoPASS für die Mautstrasse ist erledigt

  3. Listen werden geschrieben, damit auch ja nichts  vergessen geht

  4. Ziele werden auf der Landkarte eingetragen

  5. u.v.a.

Unser nördlichstes Ziel wird am 62. Breitengrad sein… Gespannt wo genau das ist? Das werdet ihr während unserer live Berichterstattung lesen….