Top of Germany verso Lake of Constance

Die Zugspitze war bereits im letzten Winter unser Ziel, doch es kam anders, so dass the top of Germany nach wie vor auf unserer „to (do) travel list“ stand und wir die Zugspitze im Frühjahr anfahren wollten.

In der ersten Hälfte des Jahres haben die meisten von uns das grosse Glück, von ein paar langen Wochenenden zu profitieren. Natürlich verplempern wir diese Zeit nicht einfach so mit zu Hause herumhängen, sich langweilen und viel zu viel Essen, sondern setzen bereits lange im Voraus Ziele, so auch für das lang ersehnte Auffahrtswochenende.

Und überhaupt, unsere „to (do) travel list“ ist ja noch sooooo lang, eigentlich sollte jedes Wochenende mindestens 3 Tage dauern! Nun, wir sind nicht undankbar, schätzen was uns der Kalender anbietet und geniessen, dass uns die Ideen und Projekte (auch davon haben wir noch so einige) wohl kaum ausgehen werden…

Der Blick eine Woche im Voraus auf die Wettervorhersagen zeigte schnell, dass wir einmal mehr von der so geschätzten Flexibilität des „fahrenden Dach über dem Kopf“ profitieren und unsere Pläne kurzerhand änderten. Die Zugspitze ist beständig und läuft nicht davon… Top of Germany, wir kommen bestimmt… einfach ein andermal… dann, wenn die Meteorologen gutes und beständiges Wetter voraussagen.

Stattdessen sind wir an den Bodensee gereist. Bereits Mittwochabend, kurz nach Feierabend ging’s los. Erstes und auch gleich zweitletztes Etappenziel war Waldshut am Rhein. Ungefähr 100 km von zu Hause entfernt installierten wir uns für die Nacht. Ein vorausgesagtes Gewitter hielt sich zum Glück in Grenzen, nichts desto trotz war der immer wieder hell erleuchtete Himmel ein Spektakel für sich… lange standen wir mit Blick gen Himmel draussen und verfolgten die tanzenden und unberechenbaren Blitzlichter!

Am Auffahrtsdonnerstag machten wir uns zeitig auf den Weg, wohlwissend, dass viele andere Reisende dasselbe Ziel wie wir haben werden. Nach einer 1,5-stündigen Fahrt haben wir unser Ziel und Übernachtungsplatz für die kommenden 3 Nächte in Kressbronn / Tunau erreicht.

Unsere Handgriffe sitzen perfekt und sind nicht weniger perfekt eingespielt, so dass wir innert kürzester Zeit installiert und für den ersten Fahrradausflug bereit waren. Die Radwege am Bodensee sind herrlich, sehr gut ausgeschildert und die Höhendifferenzen absolut überwindbar, auch für ungeübte Fahrradfahrer. Man ist versucht die Region in der Kategorie Fahrrad-Mekka einzustufen!

Unser Weg führte uns zur Insel Lindau. Kurz vor der Überfahrt auf die Insel, wir mussten vor den verschlossenen Bahnschranken warten, nahmen wir zum ersten mal das viele Schwemmholz am Ufer und im Wasser zur Kenntnis. Die verheerenden Wetterbedingungen in den letzten Wochen waren unübersehbar… Einige Kajakfahrer machten sich einen Spass daraus und paddelten zwischen Holzstämmen hin und her… (?)

Auf der Insel angekommen schoben wir unsere Fahrräder vor uns her (Fahrverbot!), bestaunten den Leuchtturm  und den Bayerischen Löwen an der Hafeneinfahrt bei sonnigstem Wetter. Direkt an der Promenade gönnten wir uns ein Eis und beobachteten die Vielfalt der Menschen und ihr Treiben.

Gemütlich und überaus zufrieden radelten wir etwas später zurück zu unserer Basisstation, unternahmen anschliessend einen Spaziergang ans Ufer des „Lake of Constance“ und sammelten Treibholz, welches reichlich am Ufer zu finden war.

Vom ganzen langen Wochenende sollte gem. Wetterzentrale der Freitag komplett verregnet sein, was wir nur bestätigen können. Doch von den garstig dunklen Wolken liessen wir uns weder die gute Laune verderben, noch unseren Bewegungsdrang einschränken. Die Fahrräder blieben zwar in der Heckgarage, dafür kamen unsere Regenschirme zum Einsatz und schützten uns vor Petrus seinen Launen… Auch wenn es hin und wieder etwas Überwindung und ein ernstes Gespräch mit dem inneren Schweinehund bedarf, so fühlt man sich anschliessend an ein „nasses Workout“ sehr gut und  wir sind jeweils sehr zufrieden. Die Intensität der Gespräche sind nicht mehr ganz so wild wie auch schon, unser innerer Schweinehund gibt mittlerweile relativ schnell Forfait… :-)

Unsere Workouts zeichnen wir übrigens seit knapp ende Februar penibel auf. Das Resultat, welches wir bis dato zu Fuss und per Fahrrad erreicht haben, erstaunt uns nicht nur, sondern freut und motiviert uns enorm! (Die Aufteilung zwischen Piede und Bicicletta hält sich ziemlich genau die Waage!)


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Die Natur holt sich was ihr gehört…..


Für Samstag war besseres Wetter und somit erneut eine Fahrradtour angesagt. Die sehr gut ausgeschilderten Radwege führten uns zu erst nach Friedrichshafen. Trotzdem viele Radfahrer dieselbe Idee hatten wie wir, konnte man sich angenehm und mit dem für sich passenden Tempo auf den Radwegen bewegen.

Zweites Tagesziel war erneut die Insel Lindau, die Stimmung und das Treiben hat uns so gut gefallen. Alles in allem schafften wir an diesem Tag satte 54 km mit dem Fahrrad! Damit aber nicht genug, auch abends gab es noch einmal einen Spaziergang zum Seeufer. Weiteres, sehr schönes Treibholz liegt nun bei uns zu Hause und wartet auf „Verarbeitung“…


Radtour  54 km

Radtour: 54 km


Den letzten Tag gingen wir gemütlich an, frühstückten in aller Ruhe und machten uns (ungerne) reisefertig… Home (sweet) Home, wir kommen…

Im Gegensatz zur Anreise wählten wir für den Rückweg die Fährüberfahrt von Friedrichshafen nach Romanshorn, um so noch etwas länger das Freiheitsgefühl zu geniessen…

Unser Fernweh war für wenige Tage gestillt… die Betonung liegt bei wenige……….