Fortschritt und Folgen

Nachstehender Beitrag befasst sich ausnahmsweise einmal NICHT mit unseren Reisen. Wir sind der Auffassung, dass es ein Thema ist, das nicht unter den Tisch geschwiegen werden sollte…

Vor einiger Zeit wurden wir durch ein Gespräch auf eine uns bis anhin unbekannte Problematik im Bezug auf „Natur – Mensch – Fortschritt und Folgen“ aufmerksam. Es gibt einige Elemente, die nehmen wir als selbstverständlich hin und sind uns dabei gar nicht bewusst, was alles wirklich „dahinter steckt“!

Das Thema, heisst Sand! Ja, ihr habt richtig gelesen, SAND… Körnchen für Körnchen…

Sand nimmt den 3. Platz auf dem Podest der Rohstoffe ein! Wenn wir bis anhin an Sand dachten, sahen wir vor unserem inneren Auge Bilder wie Palmenstrände, Sandburgen durch Kinderhände gebaut und auch Sanddünen in der Wüste… Welche Bilder seht ihr..??


Sand

Seit jenem Gespräch und einem gesehenen Dokumentarfilm wissen wir, dass hinter der Materie Sand, noch viel mehr steckt, als wir uns bis anhin bewusst waren. Mit ihm lassen sich nicht nur tolle Sandburgen bauen und es lässt sich auch nicht nur herrlich auf ihm Entspannen… nein, es steckt eben viel mehr dahinter!

Es besteht ein grosser Sandabbau, der enorme Dimensionen annimmt. Warum? Nun, Sand ist in vielen alltäglichen Dingen zu finden: z.Bsp. in Handys, in Flugzeugrümpfen und auch in der Kosmetik. Ebenfalls unsere Jeans, die wir tragen, wurden mit Sand behandelt. Wasserfilter benötigen genauso Sand wie auch Farben und Klebstoffe. Sand ist ebenfalls in Bremssystemen zu finden.

Vorallem aber wird Sand im Bausektor eingesetzt! Alles was mit Beton gebaut wird, besteht zu einem grossen Teil aus Sand.

Stellt euch vor, um ein mittelgrosses Haus zu bauen, werden 200 Tonnen Sand benötigt. Für ein Krankenhaus 3’000 Tonnen und für einen Abschnitt Autobahn von einem Kilometer gar 30’000 Tonnen Sand… Ist das nicht krass…??

Man ist versucht zu sagen: die Wüste ist doch gross genug, da sind leicht all die benötigten Tonnagen zu finden… doch weit gefehlt: Genau dieser Sand eignet sich nicht, warum sonst lassen die Bauherren in Dubai den Sand importieren oder vom Meeresgrund baggern? Der Grund ist einfach: Durch den ewigen Wind in der Wüste, werden die Sandkörner geschliffen und somit rund. Die Haftung untereinander ist nicht mehr möglich… wer schon einmal an der Côte Granit Rose in der Bretagne war, der kann sich vor Ort ein Bild machen, was Wind und Wasser über Jahre hinweg erschafft.

Die nachstehende Dokumentation zeigt die fatalen Folgen mit dem „Sand-Geschäft“, welches doch schon an Raubbau grenzt auf. Der Sand wird weltweit gefördert, immerhin ist er ja „kostenlos“, es muss „lediglich“ vorallem in Maschinen, Transport und Personal investiert werden. Jeder will Geld damit verdienen: UND es lässt sich scheinbar viiieeel Geld damit verdienen, die Konkurrenz ist hart, etwas überspitzt könnte man gar sagen, es besteht Krieg um den Sand!

Die Folgen sind nicht nur fatal sondern auch beängstigend: Inseln verschwinden einfach so, dies wiederum bedeutet, dass Menschen ihre Heimat, ihre Existenzgrundlage verlieren. Aber auch die Tiere gehören zu den Verlierern, auch ihnen wird der Lebensraum geraubt. Da wo lange Zeit viele Menschen von der Fischerei ihren Lebensunterhalt verdienten, bleiben die Fangnetze leer…

Falls euch das Thema interessiert, können wir nachstehenden 74 minütigen Dokumentarfilm „Sand – Die neue Umweltzeitbombe“ sehr empfehlen!


Quelle Dokumentation und Bilder: ARTE