Start der Herbsttour und ein Verkehrsschild

Die erste Oktoberwoche haben wir bereits anfang Jahr zur Woche unserer Herbstferien bestimmt! Endlich wieder etwas länger als „nur“ für ein Wochenende auf Tour, wie lange haben wir uns darauf gefreut! Die Wetterprognosen veranlassten uns zu glauben, dass Petrus diesmal auf unserer Seite steht…

Anders als die letzten paar mal mit mehr als zwei Tagen zur Verfügung, hatten wir nicht wirklich eine Strecke mit vielen Kilometern vor uns, so dass wir am Samstag irgendwann gegen 10:00h losgefahren sind. Wie immer aber haben wir uns einen „roten Faden“ für die Reise zurecht gelegt. Wer glaubt, dass wir diesmal danach gereist sind, täuscht sich mächtig!

Unser erstes Ziel sollte Bad Bellingen im Schwarzwald sein. Wir haben uns vorgestellt, im Wohnmobilhafen der Balinea Thermen zu übernachten und im Wellnessbereich etwas auszuspannen. Bis an die Schweiz-Deutsche Grenze sind wir auf der Autobahn gefahren, danach, wie übrigens während den restlichen Tagen auch, liessen wir uns über Nebenstrassen zu unseren Zielen treiben. Logischerweise ist das Vorankommen so nicht immer sehr efffizient und schnell, aber wir waren ja im Urlaub und nicht auf der Flucht!

Bei herrlichstem Sonnenschein und warmen Temperaturen haben wir so manch schönes Landschafts- und Dorfbild gesehen. Irgendwann gegen 14:00h sind wir am ersten vorgemerkten Ziel angekommen. Erst gab es aber noch eine Hürde zu überspringen, resp. zu unterfahren! Mitten im Dorf musste die Bahn „unterquert“ werden, was an sich ja kein Problem ist, ausser, man steht mit einem Fahrzeug der Höhe von 2,65m davor und sieht das Verkehrsschild max. Höhe 2,8m!

In der Tat bleiben 15 cm Differenz: doch in Anbetracht dass du nie so genau darauf zählen kannst, ob es dieselben Zentimeter wie die deinen sind und die 2.8m als höchster Punkt des Rundbogen der Brücke angegeben sind, kann der Preis für die ungenauen Milimeter doch ganz schön hoch sein! Wir haben es vorgezogen, unser Fahrzeug zu wenden und nach einer anderen Möglichkeit der Überquerung der Bahnlinie zu suchen, was uns nach kurzer Zeit auch gelungen ist.

Am Wohnmobilhafen bei der Balinea Therme angekommen haben wir festgestellt, dass dieser mehr oder weniger ausgebucht ist und wir uns nicht irgendwo dazwischen quetschen wollten. Da wir immer eher die Ruhe suchen sind wir ganz einfach weiter gefahren. Schliesslich haben wir den „roten Faden“ so festgelegt, dass wir während dieser einen Woche ohnehin nicht allzuweit umher reisen. Eines unserer weiteren Ziele lag gerade mal knappe 60 km weit entfernt, der Nachmittag war noch jung und wir noch keineswegs müde.

Etwas abseits der Landstrasse sind wir  auf den Stellplatz Kirschenhof-Schmidt in Königschaffhausen gefahre und staunten nicht schlecht, dass dieser über und über belegt war! Etwas ratlos schauten wir uns um. Sogleich kam eine Frau auf uns zu gelaufen und erklärte uns, dass der Platz voll sei, was wir ja bereits selber festgestellt haben… Wir wurden in Kenntnis gesetzt, dass Deutschland am 3. Oktober den Tag der Deutschen Einheit feiert und somit ein verlängertes Wochenende anstand. Dies bedeutete, dass wir wohl, wo immer wie hinfahren, auf überbelegte Plätze stossen werden! Sehr freundlich und absolut lösungsorientiert durften wir unser Wohnmobil zwischen Kirschbaumreihen vor ein ebenfalls dort parkiertes Fahrzeug hinstellen. Nachdem wir uns installiert hatten, setzten wir uns gemütlich hin und genossen ganz einfach die wunderbar warmen Sonnenstrahlen.

Infolge des anstehenden Feiertags des ersten Wochentag haben wir uns entschlossen, bis dahin nicht weiter zu reisen, da scheinbar alle die nur irgendwie die Möglichkeit hatten, unterwegs waren und somit die erneute Suche nach einem Übernachtungsplatz wohl eher unter einem dunklen Stern stand.

So haben wir am Sonntag, nach einem ausgiebigen Frühstück unsere Fotorucksäcke umgehängt und sind mit Filou an der Leine losmarschiert. Möglichkeiten gibt es viele am Kaiserstuhl, wir sind einfach mal der Nase nach und wanderten dem Fahrradweg entlang. Wir marschierten und marschierten und marschierten…. die Sonne zeigte zwischen den Maisfeldern, welche uns mehr und mehr als Labyrint vorkamen ihre ganze Kraft! Irgendwann dann sind wir im Ort Endingen am Kaiserstuhl angekommen. Ein hübsches Stätdchen, welches wir uns nach einer Erfrischung angesehen haben. Bevor wir uns in einem Gasthaus kulinarisch verwöhnen lassen wollten, gab es den ÖV-Fahrplan zu kontaktieren, René und ich waren uns nämlich einig, dass wir den Weg nicht wieder zu Fuss bewältigen wollten! Am Bahnhof angekommen machten wir uns mit den diversen Abfahrstperron vertraut und stellten zu unserem Erstaunen fest, dass nicht die Bahn, sondern ein Bus nach Königsschaffhausen fährt (wir sind doch sooo lange dem Bahngleis entlang marschiert…) Naja, eigentlich war das ja auch egal! Also studierten wir den Fahrplan am angegebenen Abfahrtsort für den Bus und kamen immer mehr ins Staunen… das durfte doch wohl nicht wahr sein! Der Bus fährt am Sonntag einmal pro Tag, und dies erst um 21:00h!

Neeeeein…. wir wollten doch nicht mehr zu Fuss zurück, doch was blieb uns anderes übrig!? Es war klar, dass wir nun nicht mehr ins Zentrum von Endingen zurück marschieren, sondern die Distanz vom Bahnhof zur Dorfmitte zur bereits bewältigten Route hinzufügten um so die Motivation anzukurbeln, die uns beiden in diesem Moment enorm fehlte!

Nur Filou schien dies alles nicht zu stören, im Gegenteil, die vier kleinen Pfötchen tapsten freudig voran, dann wieder zurück und wieder voraus! In Anbetracht dessen, dass unsere Route zu Fuss an diesem Tag doch immerhin 10 km ergab, hat Filou eine tolle Leistung erbracht.

Etwas müde und doch sehr zufrieden haben wir den Spätsommerabend mit einem wunderbaren Sonnenuntergang unter Kirschbäumen ausklingen lassen.

Was wir auf der Weiterfahrt noch alles erlebt haben, gibt’s bald in einem weitereren Post zu lesen…

#Schwarzwald